Mittwoch, 16. Dezember 2009
Grübeleien
Eigentlich - denn in Wirklichkeit überlege ich und grübel ich hin und her.
Das ewige Thema: Betreuung - das ich selbst schon nicht mehr hören kann und vor allem - es scheint ja nun auch zu klappen - ein ganzes Jahr soll bewilligt sein (bisher leider nur mündlich) - und damit endlich Ruhe einkehren.
Eigentlich - denn in mir sieht das anders aus. So sehr ich mich freue, dass der Ämterkram jetzt erledigt scheint - muss ich mich jetzt dem Problem stellen, ob ich mit diesem Betreuer zusammenarbeiten kann.
Nach der Aussprache Anfang letzter Woche hat sich was geändert - er bemüht sich - naja - mehr oder weniger. Ich hab mich ja zu der Großaktion überreden lassen und so sehr ich mich über die aufgeräumte Wohnung freue, merke ich es ist ein Problem - noch nicht mal so sehr das annehmen (das auch - aber auf anderer Ebene), sondern das schlechte Gewissen, wenn ich feststelle, dass ich mit dem doch nicht weiter arbeiten will.
Vorhin schoss mir ein Gedanke durch den Kopf - der fast schon eine Entscheidung sein könnte: wir haben nicht die gleiche Wellenlänge. Mir fehlt das miteinander, eine Art zwischenmenschliche Basis, ein Verstehen.
Er vergleicht Äpfel mit Birnen, hat sicher selbst keine schöne Kindheit gehabt und setzt das gleich mit meiner. Oder erzählt mir, dass andere auch Schwierigkeiten im Leben hinnehmen musste.
Das weiß ich alles und es vermittelt ein Gefühl von: stell dich nicht so an, du mußt das trennen und dann läuft das schon.
Ihm fehlen die Grundbegriffe der Traumatherapie, der posttraumatischen Belastungsstörung und ich hab das Gefühl, dass ich es nicht erklären kann.
Denn ich erkläre - und fünf Minuten später (oder spätestens beim nächsten Termin) kommt wieder ein: ich versteh nicht was da für dich schwierig ist. Dabei bemüht er sich schon es zu akzeptieren - keine Frage.
Ich habe das Gefühl mich ständig rechtfertigen zu müssen und vor allem - ständig auf der Hut sein zu müssen - bremsen zu müssen - und leider ist das auf Dauer kontraproduktiv. Denn Druck mach ich mir schon selbst genug, Vorwürfe auch - da ist das nicht hilfreich.
Immer wieder schleicht sich der Gedanke ein, den alten Betreuer anzurufen und zu fragen, ob er sich vorstellen könnte, dass wir doch weitermachen. Dabei weiß ich, dass das auch nicht das Ideale wäre.
Heute Abend merke ich - dass es sich falsch anfühlt - so wie es jetzt läuft, dass es nicht nur ein "wir müssen uns noch zusammenraufen" ist - ein Zeit geben und kennenlernen, sondern das dieser feine Faden fehlt, den man spürt wenn man mit jemanden arbeitet und es eine gemeinsame Basis gibt.
Wir wollen unterschiedliches - und es fehlt dieses Minimum an Vertrauen, Vertrauen darin, dass er meine Grenzen achtet, dass er sie auch erkennen lernt, dass er nicht im falschen Moment "losspringt" und vorprescht, dass er grade in schwierigen Momenten auch nicht erkennt, wenn er liebe den Mund halten sollte oder etwas sagen und mir fehlt die Bereitschaft sich das nötige Hintergrundwissen anzueignen.
Heute war auch eine Sache, die ich mit ihm klären muss - doch das ist etwas persönliches und ist mehr ein Punkt am Rande, wichtig, wenn wir weitermachen, aber vom Gefühl her weiß ich nicht.
Deshalb wird es morgen anders laufen - wir werden nicht in der Wohnung was machen (wollten ja Schränke usw mal durchgehen und umstrukturieren), sondern uns hinsetzen und nochmal reden. Entweder wird es ein "nein" oder ein "wir schauen nochmal einen Monat" - in beiden Fällen möchte ich dann mit dem Koordinator reden - denn den Fehler das "nur" mit dem Betreuer zu klären mach ich nie wieder - die Koordinatorin des alten Betreuungsvereines hat sich da so auf den Schlips getreten gefühlt, dass da viel schief gelaufen ist. Außerdem muss ich wissen, was es an Alternativen gibt. Und dann evt. mit dem alten Betreuer sprechen - und mal klären ob denn da eine weitere Zusammenarbeit überhaupt denkbar oder in Frage käme (ihm vertraue ich da deutlich mehr und es hakte da ja immer nur an einer Sache - und das liegt auch an mir - da müsste ich zusammen mit ihm klären ob wir diese eine Sache eben irgendwie lösten können).
Vielleicht reicht es schon eine Alternative zu haben - zu wissen es gibt andere Möglichkeiten, damit ich das mit dem aktuellen Betreuer doch noch hinkriege.
Vorwürfe mach ich mir, weil wir grad mal 2 Wochen zusammenarbeiten, das ist noch keine Zeit - und es ist für mich sehr ungewöhnlich so schnell aufzugeben. Es schlägt auch in die Kerbe die die eingeschnappte Koordinatorin geschlagen hat: ob ich denn wenn ich feststelle, dass ich mit dem Neuen auch nicht zurechtkomme, in 3 Monaten wieder wechseln würde. Doch so wie es aktuell läuft - ist es keine Erleichterung für mich. Und ich möchte auf keinen Fall, dass das nur eine Art "Fahrdienst" wird, nur weil ich mich sonst auf nichts einlassen kann, weil das Vertrauen fehlt.
Vertrauen fällt mir schwer - keine Frage - ich erwarte auch nicht, dass ich ihm da voll vertraue oder so - aber zumindest dieses kleine bisschen, dass er ein "Stopp" einhält und dann sein Temperament im Zaum halten kann - dass er - wenn ich in einer sehr angespannten Situation bin - diese nicht weiter verschlimmert (denn um angespannte Situationen geht es in der Betreuung fast immer - schließlich soll ich ja grade das da auch lernen, damit umzugehen und eben Lösungen zu finden die sie handhabbar machen - und üben, üben, üben - bis ich dieses Sicherheitsnetz, dass die Betreuung bietet nicht mehr brauche). Dieses Sicherheitsnetz kann der aktuelle mir aber nicht bieten - und es sollte wenigstens eine Leine schon gespannt sein nach 2 Wochen.
Das Schlimme ist - ich glaube nicht dass er das nicht will - sondern dass er es nicht kann - dass er es gut meint - aber darüber eben nicht sieht, dass auch das gut gemeint verletzend sein kann.
Eigentlich fürchte ich, ist in mir schon eine Entscheidung gefallen ist. Morgen werde ich nochmal das Gespräch suchen und davon abhängig machen ob es nochmal eine Galgenfrist gibt oder eben nicht mehr.
Verschieben möchte ich das nicht - auch wenn der Januar dafür günstiger wäre, da ich ja bis dahin mit genug anderen Sachen zu kämpen hätte. Aber es erschiene mir falsch - und unfair dem Betreuer gegenüber.
ich liebe Überraschungen
Der Paketdienst klingelte (und ich erwarte aktuell gar nichts) und hat ein Paket für mich - es lässt sich nicht erkennen von wem oder woher - aber ein Lieferschein liegt bei.
Also erstmal vorsichtig den Lieferschein hervorgeholt (für den Fall, dass irgendeine Firma irgendwas eigenartiges schickt) und mich dann erstmal hingesetzt.
Es ist ein Paket von meinem Bruder und seiner Frau. Damit hab ich überhaupt nicht gerechnet und ich bin total gerührt. Ein nettes Briefchen und ein Paket voll Leckereien aus Österreich. Käse und Speck, Hauswürstel, Hüttenbrot, Schoko und Manner-Schnitten und ein super leckeres Apfelbrot eingepackt zwischen viel Knödelbrot.
Er war übrigens sehr überrascht dass es schon hier ist - eigentlich wollte er mich heute anrufen um mich "vorzuwarnen" - doch so ist es noch schöner :-).
Ich freue mich grade so - und irgendwie bedeutet es noch mehr, weil es von meinem Bruder und seiner Frau kommt - ich glaube die beiden wissen gar nicht wie viel mir das bedeutet - nicht das Paket (das natürlich auch) - sondern einfach, dass sie da sind, dass sie Kontakt halten und sich dafür interessieren wie es mir geht. Sie sind im Prinzip alles was ich an "Familie" habe - und ich schließe die beiden und ihre beiden Jungs jeden Tag in meine Gebete mit ein.
Wir kennen uns nicht wirklich gut - aber die beiden haben sich ein Stück weit für mich entschieden - während alle anderen sich für die Eltern entschieden haben. Das kann ich schon verstehen, sie sind von ihnen immer noch in vielen Bereichen "abhängig" - aber es tut dennoch auch weh.
Ich bin das schwarze Schaf (oder eines davon) - unter den Geschwistern - aber grade deshalb bedeutet es mir umso mehr, dass mein Bruder sich nicht abgewandt hat - eher das Gegenteil - wir hatten früher nie sehr viel miteinander zu tun - erst die letzten Jahre - und das ist für mich etwas ganz besonders wertvolles.
Danke!
Sonnenspaziergang
Den restl. Tag werde ich zwangsläufig etwas ruhiger verbringen, da Arm, Knie und vor allem der Rücken streiken (ich gebe ja auch zu, dass ich mich von deren Grenzen grad nicht abhalten lassen wollte - und sie haben ja nun bis morgen auch Zeit um sich zu erholen - aber es wartet ja immer noch "Hiobs Brüder" von R. Gablé auf mich)
Doch das war es wert. Es war eine tolle Luft draußen, die mich ganz automatisch tief einatmen lässt und mich störten noch nicht mal die Hundebesitzer die mich irritiert angafften, weil ich einfach nur da stand, das Gesicht zur Sonne geneigt, die Augen geschlossen und die Arme ausgebreitet - ein Aufnehmen der Natur und der Sonne mit allen Sinnen. Und als die selben Hundebesitzer mich auf dem Rückweg wieder überrundeten und dabei auch noch ein bisschen Rumgesinge mitbekommen haben (hab sie zu spät gesehen) - war der Ruf wohl völlig ruiniert - aber es hat einfach nur gutgetan und ich habe es genossen - in vollen Zügen.
Tischlerei
Zwar tun mir die Finger, Hände und Arme weh (und der Rücken streikt auch meistens) - aber es macht dennoch Spass - ich mag es, wenn ich erst schauen und entwickeln muss, wie man das am besten macht - auch wenn ich es oft viel umständlicher dann mache als ich müsste (immer nett, wenn dann einer der Tischler mir erzählt, dass es auch viel einfacher gegangen wäre :-) - ich könnte ja auch fragen - doch so macht es mehr Spass)
Ich habe mir dort auch eine gewisse Bewegungsfreiheit erarbeitet - darf eigenständig an Maschinen und damit kann ich einfach auch viel rumprobieren.
Aber grad so Entwicklerphasen mag ich besonders - viel lieber als dann später das schnöde zusammenbauen oder eben dann nach Vorlage machen. Und ich liebe den Geruch von Nadelhölzern die man grade sägt oder schleift.
Zur Zeit fahre ich da wirklich gerne hin und finde es sehr schade, dass ich es nicht öfter machen kann - leider spielen da meine Kräfte nicht mit. Ich arbeite gerne, hab ich schon immer, natürlich mal mehr, mal weniger - je nachdem was man gemacht hat - aber die Arbeit in der Tischlerei macht mir wirklich sehr viel Freude. Seit wir (der Meister und ich) uns zusammengerauft haben noch viel mehr.
Dienstag, 15. Dezember 2009
Therapie
Es wird weitergehen, es wird nicht leichter sein, aber im Moment fühlt es sich richtig an - da kann dann der Widersacher Angst verbreiten so viel er will.
Anstrengend wird es allerdings auch - sehr. Gehen tut es weiterhin darum, Gefühle zuzulassen, zu lernen, das Tränen nicht das Ende der Welt bedeuten (und auch nicht dass es mich den Kopf kosten wird) und eine Art Kontakt aufzubauen zwischen der Erwachsenen von heute und dem Kind von damals - einen Kontakt, der nicht dadurch geprägt ist, dass die Erwachsene dieses Kind nicht ausstehen kann und die Ansichten, die mir damals eingebläut wurden und klar gegen dieses Kind gerichtet sind, eben genau das sind: Dinge die mir damals eingebläut wurden, die aber mit der Realität nichts zu tun haben - und das Kind als solches zu sehen: als ein Kind in einer unfassbaren, traurigen und sehr schlimmen Situation.
Um als Erwachsene Mitgefühl für dieses Kind zu entwickeln bzw dieses Mitgefühl auch zulassen zu können - und dann die Gefühle, die das auslöst eben auch zulassen zu können - ohne Angst vor Bestrafung oder ähnliches. Wenn das dann klappt darf auch das Kind mal fühlen und die Gefühle zulassen.
So in etwa ist der Plan der nächsten Monate. Noch steck ich im "Mitgefühl haben" fest - denn wenn es irgendein Kind wäre, würde ich vor Mitgefühl überfließen, da es aber ja ich bin - fällt das noch schwer - noch nicht mal so sehr das Gefühl an sich - sondern diese Verbindung. Denn in dem Moment stecke ich immer noch zu sehr im "Alten" drin - im Entwerten und "stell dich nicht so an" und "ist ja nicht so schlimm".
Wir haben einen Weg gefunden zwischen der Erwachsenen und dem Kind einen Kontakt herzustellen (was eben bisher nie geklappt hat) - dieser Kontakt ist noch sehr zart und vorsichtig - und auch alles andere als stabil. Es geht also darum diesen Kontakt zu pflegen - wie ein kleines Pflänzchen dass grad den ersten Halm durch die Erde steckt.
Und ihm damit Raum und Möglichkeit zu geben zu wachsen. Gleichzeitig versuchen wir weiter daran zu arbeiten, dass die Gefühle die eben hochkommen, dann auch sein dürfen, Raum bekommen - eine Art "sicheren Ort" - wo sie einfach so sein und sich zeigen dürfen - wie sie eben grad sind.
Es ist schwierig das jemanden nahezubringen, der kein Problem damit hat ein Gefühl zu haben - damit mein ich nicht mal so sehr in der Gesellschaft, denn da dürfen sie ja oft genug nicht sein - sondern allein für sich - auch da dürfen sie oft nicht sein - zumindest die alten Gefühle nicht, bei den neuen, aktuellen von heute - ist das ein bisschen anders. Da kann ich wütend sein oder mich freuen (Traurigkeit geht auch da nicht wirklich).
Ich muss also lernen, dass Gefühle ok sind, dass ich sie haben darf ohne dass etwas ganz Schlimmes passiert - und ohne, dass dies als Schwäche und Verletzbarkeit ausgenutzt wird. Diese Koppelung ist ganz eng - es ist so automatisch, dass ich selbst mit dem Kopf nicht dagegen angehen kann. Es ist wie ein Reflex, da hilft es auch nicht zu verstehen warum das so ist - das mein Gehirn das anders verarbeitet.
Unsere Ahnen haben, wenn der Bär vor ihnen stand - schlicht reagiert - sie haben nicht überlegt: oh das ist gefährlich, der könnte mich töten, da sollte ich wohl weglaufen, angreifen oder erstarren. Wenn sie das so gemacht hätten, hätten sie nicht überlegt. Sie haben einfach reagiert - denn das war zum Überleben notwendig. Ihr Gehirn hat alles was sie gehört, gesehen, gefühlt haben sortiert - und bei manchen Auslösern eben ein paar Wege übersprungen und zu sofortiger Reaktion geführt (hoher Adrenalinausstoss um eben ohne zu Übleregen reagieren zu können) - der Körper hat reagiert ohne das das Gehirn da so schnell hinterhergekommen wäre.
Und so reagiert auch mein Gehirn und damit mein Körper auf Gefühle - jede Gefühlsregung ist sozusagen ein gefährlicher Bär, der mich grade angreift. Das war jahrzehntelang so und ich muss diese automatische Koppelung erst mühsam wieder aufdröseln und dem Gehirn klarmachen, dass es statt sofort zu reagieren, lieber erstmal den "normalen" Weg gehen sollte - wahrnehmen, bewerten, prüfen und dann überlegen wie man handeln könnte.
mp3
Also bei ebay einen bei einem Händler gekauft - in Polen, aber eben ganz offiziell mit Garantie und allem Drum und Dran - im September.
Der erste Player war defekt - er lief immer nur sehr kurz und dann hängte er sich auf und war erstmal "beleidigt". Also nach einigem hin und her umgetauscht (und schon damals verflucht, dass ich ihn im Ausland gekauft habe, da der Händler kein Englisch sprach - und ich nun mal kein Polnisch). Aber es lief - der neue kam und auch der zickte etwas rum, bis ich rausfand, dass man nur 50 MB freien Speicherplatz drauf lassen sollte - dann läuft er.
Bis gestern - denn während des Schwimmens - ich war nicht mal eine Minute im Wasser, grade mal 25 Meter geschwommen - geht das Teil aus - und nichts ging mehr. Jetzt flackert ab und an ein rotes Licht (sonst nur grün oder orange - rot nur beim Aufladen) - er wird vom Computer nicht erkannt (bzw es kommt eine Fehlermeldung dass das USB-Gerät nicht erkannt werden kann bzw nicht richtig angeschlossen sei) und ich komme weder an die Musik noch an sonst was.
Ich bin mir ja sicher, dass das Wasser reingekommen ist - denn der Resetknopf war beim ersten Player nicht so tief drinnen - und mir war, als wäre da eine Art Plastikteil gewesen - das ist beim aktuellen nicht (von Anfang an nicht - ich hab das auch gemeldet - aber da er ja lief, hieß es das gehört sich so).
Jetzt hab ich erstmal dorthin geschrieben und warte mal ab was da kommt. Außerdem werde ich den Hersteller direkt anschreiben und schauen was die sagen.
Ärgerlich ist das vor allem, da ich ohne mp3-Player nicht schwimmen gehen kann - zu viele Leute, zu viel Lärm. Mit dem Player gelingt es mir das auszublenden und meine Bahnen zu ziehen, ohne dreh ich nur ab. Von daher hoffe ich, dass das recht schnell getauscht werden kann.
Montag, 14. Dezember 2009
Tag der Wunder
Eine Mail, dass der Bescheid der österr. Rente da ist - und damit wird ohne Pause weitergezahlt (und ich verstehe nicht, wie die das in so kurzer Zeit schaffen konnten - aber ich bin sehr froh).
Und grade ein Anruf vom Koordinator des Betreuungsvereins - nachdem die letzte Woche noch so ein Theater gemacht haben, hat der Anruf meines Therapeuten ja schon sehr viel erreicht, so dass das sozusagen von einer Juristin "entschieden" wurde - der Landkreis hatte den Koordinator angerufen um mitzuteilen, dass nun alles in Ordnung sei, die ärztliche Stellungnahme reicht und daher nun die Betreuung doch weiter übernommen würde (ok - wir haben noch nichts schriftlich und ich hab in den letzten Jahren oft eine mündl. Zusage bekommen, aber dann doch einen negativen Bescheid - aber: hey - es ist immerhin wieder ein großer Hoffnungsschimmer!)
Ich bin grade so erleichtert, so unglaublich erleichtert - dass es mir die Tränen in die Augen treibt.
Und ich bin unendlich dankbar - ich weiß, dass letzte Woche einige Menschen für mich gebetet haben - es hat geholfen - im Moment könnte ich die ganze Welt umarmen.
Chacka!
Frustrieren fand ich es vor allem deshalb, weil es mir ansonsten am WE richtig gut ging. Nur wenn ich dann anfing was zu putzen, baute sich sofort ein gruseliger Druck auf und es kippte sofort. Das bekam ich dann auch schnell wieder in den Griff, wenn ich aufgehört hab - doch sobald ich wieder etwas gemacht hab - war's wieder vorbei.
Eigentlich wollte ich ja die Küche mal so richtig putzen - sie hatte es dringend nötig. Grade Küche und Bad sind auch die Räume, die für mich besonders schwierig sind. Nicht wegen dem Ekel vor dem Putzen - das Bad war halt ein "Missbrauchs"-Ort - so dass ich dort immer eher Schwierigkeiten habe - nicht nur beim Putzen, bei der Küche ist das für mich gar nicht so klar - ich gehe eher davon aus, dass mich das halt schnell überfordert, weil schlicht kein Platz dort ist. Ich hab 2 Herdplatten, daneben die Abwasch und dann noch diese Abtropffläche - und das war's - es gibt keine Arbeitsfläche oder ähnliches. Die "bastel" ich mir sozusagen, indem ich ein Schneidebrett über die Abwasch lege.
Jedenfalls hab ich vorhin die Küche gemacht - und mich dabei natürlich verzettelt. Denn mir fiel der Essig in die Hände und da fiel mir ein, dass ich den ja kochen wollte und dann in die Toilette schütten - in der Hoffnung, diese Ablagerungen da loszuwerden (sah einfach nicht mehr schön aus - kein Mittel half) - also hab ich nachdem ich den Herd gemacht hab erstmal Essig erhitzt - dazu natürlich die Toilette dann auch nochmal richtig geputzt - und dann das Wasser dort raus, erst kochendes Wasser rein - das wieder rausdrücken und direkt danach den Essig (das Wasser nur, damit der kochende Essig nicht sofort abkühlt).
Klappt übrigens hervorragend - das hätte ich früher wissen müssen, da hätte ich mir viel Schrubberei und Putzmittel sparen können (die ja - wie gesagt - nicht geholfen hatten).
Dann die Küche - und vor allem das Ceranfeld - richtig sauber gemacht (glänzt wieder wie neu!) und auch einen Teil der Schränke innen gewischt.
Insgesamt ca 2 Stunden - und es ging! Zwar mit Pausen dazwischen, weil einfach körperlich sonst nichts geht - aber es war ok.
Nicht mehr geschafft habe ich den Boden - doch hey - selbst das kann mich heute nicht runterziehen (normalerweise sehe ich dann leider das Geschaffte nicht, sondern nur das Chaos).
Auch wenn ich mich jetzt kaum noch rühren kann (und das obwohl ich die zusätzlichen Schmerzmittel genommen hab - sonst könnte ich im Haushalt kaum was machen) - geht es mir grad gut damit - und ich gehe nachher eh zum Schwimmen - da werde ich eben einfach mehr Zeit in der Sole verbringen (und auf dem Weg dorthin gleich Hiob's Brüder von Rebecca Gablé aus der Bücherei abholen - das hatte ich vorbestellt und grade die Mail bekommen, dass es bereit liegt - freue ich mich sehr).
Es ist ein unglaublich tolles Gefühl, wenn man etwas geschafft hat, was eben sonst ein Riesenproblem ist - Chacka!
Tränen
TRÄNEN
Tränen
sie laufen hinab
einzeln
Tränen
der Einsamkeit
weil man selbst in den wenigen Momenten der Begegnung
allein und einsam ist
Tränen
des Unverstandenseins
weil es keine Worte dafür gibt
um auszudrücken was einen wirklich bewegt
Tränen
der Sehnsucht
die nie erfüllt wird
Tränen
der Wünsche
die nicht sein dürfen
Tränen
der Verzweiflung
die alles bestimmt
Tränen
die nicht erleichtern
sondern alles noch schwerer machen
Tränen
die nicht sichtbar sind
sie rinnen nicht übers Gesicht
sondern tief drinnen
der Seele entlang
und ihr Salz
schmerzt in den Wunden
entstand vor etwa 8 Jahren
Tränen sind noch heute ein sehr großes Problem für mich. Sie zuzulassen mit sehr großer Angst gekoppelt. Heute ist etwas klarer, warum das so ein Problem ist. Und es ist ein aktuelles Thema: das Zulassen von Gefühlen und auch von Tränen - das ist noch so mit Panik gekoppelt, mit den Bestrafungen, die es in der Kindheit dafür gab. Aber ich arbeite dran.
Einkaufsliste
- Teleskopregal fürs Bad (ich hab es satt, dass mir das mit den Saugnäpfen immer runterfällt - ist nachts ein zu großer Schreck)
- Verlängerungskabel 10 Meter für die Lautsprecher (irgendwie ist das aktuelle seit neuestem mit extremen Wackelkontakt - was das Musikhören anstrengend macht)
- Geschirrtücher (seit wann haben alle Geschirrtücher von mir Flecken die nicht mehr rausgehen?)
- neues Schaumstoffteil für meinen Besen (spätestens dann Anfang Jänner wenigstens)
- etwas obstiges, joghurtiges oder sonstiges für das "Süße am Abend" - ach ja und Quark, damit ich diese komische Creme von gestern, in der ich die letzten Sauerkirschen verwurschtelt habe - vielleicht noch retten kann, da ist zu viel Sahne reingeraten
- am Donnerstag die Hüttenschuhe von L... - ich liebe diese Teile!
Sonntag, 13. Dezember 2009
Hochgenuß
In den letzten Monaten waren es doch häufiger die Knödel.
Neben den klaren Suppen liebe ich aber auch gebundene Suppen. Erstmal sind sie mir alle ohne Fleischeinlage lieber, denn da bin ich etwas heikel was Fett und sonstiges angeht.
So eine Erdäpfelsuppe, Linsensuppe oder auch eine Erbsensuppe (und das ist die einzige Art wie ich Erbsen mag) - einfach nur sehr lecker.
Und daher mach ich mir das auch häufiger.
Knödel waren ja eh auf dem Plan - Tiroler Knödel sollten es werden, denn Semmel- und auch Spinat-Käse-Knödel hab ich noch in der Tiefkühle (und die Tiroler haben sich schon vor ein paar Tagen dazugesellt). Eigentlich versuche ich immer Knödel in der Tiefkühle zu haben. Es ist ein schnelles Essen und eine Sosse dazu oder eine Suppe einfach mit wenigen Mittel gemacht (und daher auch bei mal leeren Kühlschrank umsetzbar).
Heute gibt es eine Erdäpfelsuppe - und im Moment könnte ich mich da grade reinlegen. Eigentlich aus einer Not heraus entstanden, da der Kühlschrank grade nicht so viel hergibt und ich zu faul war jetzt groß was zu kochen.
Hab ich schon gesagt, dass ich Suppen liebe?
Samstag, 12. Dezember 2009
Lebensfreude heute
- ich genieße das leichte Schaukeln der Hängematte, in der ich grade liege
- ich genieße die Musik aus dem Lautsprecher und dass sie mich ganz automatisch zum mitsingen und -summen animiert
- ich genieße das Licht der Kerze, die der grauen Welt da draußen einen besonderen Schimmer verleiht
- ich genieße den Geschmack des Karamellsirups auf meiner Zunge
- ich genieße den Geruch des Aromaöls (Orange), der ganz dezent in der Luft liegt
- ich genieße es mich hier umzusehen und mich dabei wohlzufühlen
- ich genieße es mich einzukuscheln - in diese eine besondere Decke, die ich so sehr liebe (und aus dessen Stoff es irgendwann ein Seitenschläferkissen geben wird) und auch das einkuscheln in die Hängematte, die mich in ihrer Größe fast völlig umschließt
- ich genieße es einfach Zeit für mich zu haben, ohne Druck etwas tun zu müssen, ohne Auftanken zu müssen oder dringende unerledigten Aufgaben und dabei
- genieße ich zu unterscheiden zwischen dringend und wichtig - es muss nicht immer alles sofort passieren oder erledigt werden
- ich genieße es meiner Katze zuzusehen, wie sie aufmerksam am Fenster sitzt und jedes Geräusch quittiert, ihre Aufmerksamkeit für die Welt da draußen und ihre freudige Erregung und Anspannung, die sich bis ins letzte Häärchen zeigt und
- genieße dabei sogar den kühlen Lufthauch der durchs offene Fenster strömt - denn ich bin ja warm eingekuschelt
- ich genieße die "lebende Wärmflasche" die sich unter der Decke an mich kuschelt und auch die feine Vibration die sie durch ihr Schnurren auslöst und
- ich genieße den Frieden, der in diesem Moment in mir ist und auch um mich herum
Lebensfreude
"Lebensfreude"
- ich genieße die Sonne auf meiner Haut, den Wind der mich umspielt,
das Kitzeln der Fliege die sich auf meinen Arm setzt und den Ast der
mich streift wenn ich an dem Busch vorbeigehe, den warmen Asphalt den
ich an meinen Fußsohlen spüre und die Katze die um meine Beine streift
- ich genieße es mir die Zeit nehmen zu können und einfach nur zum
Himmel zu schauen und die Luft tief einzuatmen, die Augen zu
schließen und das Leben um mich herum zu hören - die Blätter die im
Windhauch sich bewegen, das Lachen von Kindern die irgendwo in den
Nachbargärten spielen, die Musik der pubertierenden Nachbarstochter
quittiere ich mit einem Lächeln - dass sie sich nicht dem Zwang der
"Zimmerlautstärke" hingibt
- ich genieße es - dass ich hier sitzen kann und mein Leben selbst in
die Hand nehmen kann - selbst bestimmen kann in welche Richtung ich
jetzt weitergehen will
- ich genieße es zu leben - und nicht nur ums Überleben zu kämpfen
dieses Leben - mit all seinen schönen und nicht so schönen Dingen -
MEIN Leben - zufrieden sein und die Widrigkeiten die das Leben mit
sich bringt meistern zu können - das ist für mich Lebensfreude
vor ca 4 Jahren entstanden
Damals waren diese Momente so selten und so unendlich kostbar. Dieser Text entstand im Sommer - in einem besonderen Monat - denn es war das erste Mal in meinem Leben, dass es mir wirklich gut ging und ich zum ersten Mal im Leben wirklich erfahren durfte, was Leben bedeuten kann, dass es nicht nur ums nackte Überleben dabei geht. Heute sind diese Moment - Gott sei Dank - nicht mehr so selten. Ich habe gelernt, genießen zu können und da auf mich zu achten - und auch das genieße ich.
Freitag, 11. Dezember 2009
Felines Asthma
Zwischendrin, wenn es schlechter wurde, habe ich zwar kurzfristig erhöht, aber eben nicht generell - es wäre einfach finanziell nicht möglich gewesen. Die günstiger Alternative (Cortison als Depotspritze) kam für mich nicht in Frage - die Nebenwirkungen sind da viel zu heftig und die Gefahr von Folgeerkrankungen wie Diabetes zu hoch.
Die letzten 2 Wochen ging es ihr schlechter - sie war grummeliger und manchmal erschien die Atmung angestrengter - aber kein Husten oder so. Trotzdem habe ich die Dosis erhöht.
Leider ohne Erfolg. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber leider nicht ganz auszuschließen, dass ich den Inhalator verwechselt habe oder mich vertan hätte und die Patrone so schon leer war. Vielleicht war auch sonst was mit dem Teil oder was auch immer.
Jedenfalls habe ich dann vor 2 Tagen einen neuen Inhalator angefangen - und T. scheint es endlich wieder besser zu gehen (es hat sie jedoch nicht daran gehindert auch die letzten 2 Wochen hier allerhand Blödsinn anzustellen)
Es war jetzt nicht kritisch oder sonst etwas - aber jeder der ein Haustier hat, weiß, dass man da doch mitleidet - wenn es ihnen nicht so gut geht.
Das Inhalieren selbst ist für T. kein Thema - man kann mit jeder Katze inhalieren, die sich anfassen lässt - wenn man ein paar Dinge beachtet und die Katze eben auch langsam an die Vorschaltkammer gewöhnt. Das Ganze dauert dann jeweils 10 Sekunden und T. fordert das regelrecht ein (gibt ja auch immer eine Belohnung) - sie schnurrt sogar dabei.
Auf jeden Fall bin ich sehr erleichtert, dass es ihr besser zu gehen scheint.
gut
Das mit der Betreuung wird auch etwas klarer - zumindest prüft aktuell eine Juristin vom Landkreis die Lage (immerhin - bisher ist das immer erst nach Ablehnung passiert - deshalb kam ja dann immer nach 2 Monaten doch ein Einlenken). Diesmal scheint die Sachbearbeiterin auch bemüht. Und für den Fall das es nicht rechtzeitig klappt - sieht es im Moment auch so aus, als würden wir die Wohnung so hinkriegen, dass ich das für ein paar Wochen alleine schaffen kann.
Finanziell hab ich erstmal den Januar absichern können - damit muss der österr. Rententräger "erst" bis zum 8. Januar etwa entscheiden (kann sein dass dieser Stichtag auch erst ein paar Tage später ist). Außerdem ist zumindest die Miete für Februar auch gesichert. Das verschafft mir ein klein wenig Luft.
Die Zuzahlung für die Krankenkasse für 2010 ist auch bezahlt und die Befreiung gestern hier eingetrudelt.
Das was die letzten Wochen dann an Erinnerungen hochgekommen ist, ist mittlerweile auch so weit "verpackt", dass es nicht mehr ständig Intrusionen auslöst.
Der Tag ist nicht mehr ein einziger Kampf, sondern eine spannende - und schaffbare - Herausforderung.
Und der Katze scheint es auch wieder besser zu gehen (dazu schreib ich noch was extra).
Ich kann wieder sagen: es geht mir gut. Und das freut mich sehr.
Mitbwohner
T. ist mittlerweile 9 Jahre alt und bei mir seit sie wenige Wochen alt war - sie war ein Notfall und es ging ihr damals sehr schlecht - eigentlich hatte sie ständig nur Panik und hat Mensch und Tier als "böse" erfahren. Es dauerte sehr lange bis sie mal rauskam wenn ich zu Hause war und noch länger bis ich sie mal anfassen durfte. Heute ist sie eine Schmusekatze hoch drei. Vor 4 Jahren wurde bei ihr allerg. Asthma festgestellt - sie muss morgens und abends inhalieren - damit geht es ihr in der Regel sehr gut.
N. ist 5 Jahre (wie die Zeit vergeht - für mich ist sie immer noch die "kleine") - sie ist die erste Katze die nicht als Notfall zu mir kam. Mir war wichtig, mal eine gut sozialisierte Katze dazuzunehmen - vor allem, da T. große Probleme mit anderen Katzen hat (gleichzeitig richtig deprimiert war, als sie alleine bei mir war). N. hat T. ganz viel beigebracht - von ihr lernte T. "normales" Katzenverhalten - und auch wenn sich die beiden nicht grade lieben, haben sie sich arrangiert (und wehe eine ist zu lange unterwegs).
Beide können raus - allerdings nur wenn ich zu Hause bin und nur bis zum Nachmittag - abends und nachts bleiben sie drin.
Im Frühsommer wurde N. sehr schwer verletzt - ich wusste 10 Tage nicht ob sie es schaffen wird. Es hat zwar Monate gedauert, aber sie hat sich davon wieder vollständig erholt. Nur vorsichtiger ist sie geblieben und manchmal scheint sie mir draußen auch ängstlicher. Außerdem ist sie ein klein wenig anhänglicher seit damals. Vor allem bin ich aber froh, dass es ihr wieder gut geht.
T.'s Asthma war seit dem wir inhalieren im Griff, da sie auf alles mögliche allergisch ist gibt's hier nur spezielles Futter und auch spezielles Streu. Das und die Medikamente haben natürlich ihren Preis - von daher geht für die Katzen hier mind. genausoviel Geld drauf wie für meinen Bedarf (nur Futter, Streu, Leckerlies und Medikamente) - Tierarztrechnungen sind natürlich extra.
Gott sei Dank habe ich eine klasse Tierärztin, die mir da auch entgegenkommt und gut mit mir zusammenarbeitet - für N.'s Behandlung zahle ich immer noch ab.
Ich mag die beiden - und möchte sie nicht mehr missen - sie sind für mich etwas besonderes.
Kontakt
Bei meinem Vater in der Form, dass ich erst wieder Kontakt möchte, wenn er bereit ist über das was passiert ist mit mir zu sprechen - dabei geht es mir nicht um eine Anzeige oder sonstiges - aber dass wir darüber reden und er sich mir da auch stellt. Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört.
Bei meiner Mutter habe ich das Angebot der "Klärung" nicht gemacht - denn bei ihr ist das nicht möglich - sie lebt in ihrer eigenen Welt - und ich denke sie ist wirklich überzeugt davon, dass ich ja so behütet und geliebt aufgewachsen bin. Ich habe ihr damals einen Brief geschrieben und sie mit dem konfrontiert, was mich so verletzt hat.
Als ich den Kontakt abbrach, war mir klar, dass ich damit auch den Kontakt zu einem Teil meiner Geschwister abbreche. Ein Bruder (der Vater der Nichte) - mit dem ich am meisten Kontakt hatte - brach diesen nach dem Kontaktabbruch mit der Mutter ab - das war mir aber auch klar, vielleicht hab ich deshalb bei meiner Mutter da länger gebraucht bis ich sie damit konfrontiert habe. Ein weiterer Bruder war dann einfach nicht mehr erreichbar, rief auch nicht zurück - er hatte mir vorher mal gesagt, dass er den Kontakt zum Vater nicht abbrechen will und ich hatte immer das Gefühl dass es ihm unangenehm war, dass ich den Missbrauch offen ansprach.
Die großen Schwestern - da war schon vorher nicht mehr viel Kontakt da - obwohl als Kind und Jugendliche der Kontakt da noch recht eng war.
Der "Kleine" war klar - er war noch zu jung und lebte noch zu Hause - ihn vermisse ich am meisten und auch er war ein Grund (sogar der Hauptgrund) - warum ich die Konfrontation erst so spät gemacht habe.
Einen Bruder habe ich aber gewonnen - mit ihm hatte ich als Kind so gut wie nichts zu tun - er ist acht Jahre älter und wir hatten nicht wirklich Kontakt. Durch die Konfrontation (ich hatte damals auch die Geschwister informiert) ist da ein Kontakt entstanden - und das freut mich sehr.
Damit habe ich von den 10 Geschwistern (davon drei Pflegegeschwister) nur noch mit einem Kontakt.
Soviel zum "Äusseren".
In mir drin ist das leider nicht so einfach. Da ist ein Vater, der wie schon in meiner Kindheit zwischen tollem Vater und Monster wechselt. Mit ihm hatte ich auch sehr schöne Erfahrungen gemacht - aber eben auch Schlimme.
Und da ist auch eine Mutter in mir. Die ist leider ein sehr großes Problem. Die Therapeuten nannten das mal eine Gehirnwäsche. Und leider haben sie damit nicht unrecht. Sie hat sich in mir eingenistet - und hat mich da leider noch immer fest im Griff.
Ich kämpfe - und habe mittlerweile wenigstens auch entdeckt, dass es neben dieser Frau auch noch mich gibt - irgendwo da drinnen. Seitdem arbeite ich daran mich zu stärken und sie zu vertreiben. Und wißt ihr was: ich kann da ziemlich stur sein und werde erst aufhören, wenn sie fort ist.
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Grund II
Es war gut, dass wir das so gemacht haben. Es ist eine Erleichterung und wirklich eine Chance.
Danke! Vielen Dank!
***Erinnerungen***
Meine Mutter ist krank - sie lebt in ihrer eigenen Welt. Dummerweise in einer Art und Weise, dass das andere Menschen nicht mitkriegen. Sie ist unglaublich geschickt darin zu manipulieren. Sie konnte - und kann - jemanden innerhalb von 2 Wochen klar machen, dass der Himmel grün und das Gras blau ist.
Leider gibt es dafür unzählige Beweise (auch bei Menschen, die davon wußten)
Alles was nicht in ihr Weltbild passte, wurde passend gemacht. Ob dabei die Wahrheit verdreht wurde - war egal.
Schon sehr früh lernten wir in drei Welten zu leben:
1. Die Welt innerhalb der Familie, mit alltäglichem Psychoterror, Angst und Missbrauch (v. a. auch emotionalen)
2. Die Welt der heilen Familie nach außen - das oberste Ziel meiner Mutter war das Bild der heilen Familie nach außen - wer sich nicht daran hielt, machte das nur einmal und dann nie wieder
3. Die Welt meiner Mutter, völlig unberechenbar und für sich selbst darauf aus, den Schein der "heilen Familie" zu erfüllen - da es keine "heile Familie" wie sie sich das vorstellte gibt, geschah das über absolute Kontrolle (was natürlich überfordernd ist - vor allem bei so vielen Kindern und deshalb mit unberechenbaren Ausbrüchen von ihrer Seite gekoppelt)
Als ich vier war, erweiterte sie ihr Repertoire - ich fing wieder an einzunässen und hatte häufig Blasenentzündungen (vermutlich ausgelöst vom Missbrauch) - und musste häufig ins Krankenhaus. Dort bekam sie sehr viel Aufmerksamkeit, als Mutter, mit so vielen Kindern (ich hab sehr viele Geschwister) und dann auch noch "geschlagen mit einem kranken Kind".
Diese Aufmerksamkeit wollte sie nicht wieder missen und deshalb "entwickelte" sie das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, das sie an mir auslebte.
Vom 4. bis zum 15. Lebensjahr war ich mindestens einmal die Woche (zeitweise sogar dreimal die Woche) im Krankenhaus, mindestens einmal im Jahr für ca 3 Wochen stationär - und zwar jedesmal in der Urologie.
Sie ist nie so weit gegangen, dass es wirklich gefährlich wurde. Das brauchte sie auch nicht - es reichte, dass es chron. war und sie ihre wöchentlichen Dosen bekam (wichtig war da vor allem die Aufmerksamkeit und das Mitleid/Mitgefühl von Nachbarn und Co). Und so sorgte sie dafür, dass ich krank wurde.
Sie ging damit hausieren, was vielleicht das Schlimmste dabei war. Denn es war mir unendlich peinlich, dass sie jedem erzählte, wie oft ich zur Toilette ging, wie mein Urin aussah oder dass ich eingenässt habe. Spätestens in der Schule ist das nämlich gar nicht mehr lustig.
Mit ihr und den Erinnerungen an das was ich mit ihr erlebte, hab ich bei weitem mehr Probleme, als bei meinem Vater. Das war irgendwie klar - ich hab gute und negative Erfahrungen, aber sie waren klar und strukturiert.
Bei meiner Mutter war es immer unberechenbar, war man den ganzen Tag brav (im Sinne der Mutter) war man dennoch nicht sicher, denn sie konnte etwas altes ausgraben. Den ganzen Tag war man am ausloten, welcher Stimmung sie ist - denn die konnte sich von jetzt auf gleich ändern.
Ich war den ganzen Tag auf der Hut und ich Hab-Acht-Stellung - um irgendwie zu überleben.
Das Schlimme daran ist - ich hatte nicht nur Geschwister, sondern auch Pflegeschwestern. Außerdem gab es unzählige Tageskinder bei uns. Wir waren die "Vorzeigefamilie" nach außen hin. Die Tageskinder waren denke ich "sicher" - das wäre auch "zu gefährlich" gewesen, die hätten ja zu Hause etwas erzählen können.
Der Altersunterschied zwischen ältestem Bruder und Jüngstem ist sehr groß (30 Jahre) - ich war auch lange Zeit ein "Nachzügler" - erst als ich 10 war, kamen kleinere Pflegeschwestern und als ich 15 war noch ein leiblicher Bruder (und eine weitere Pflegeschwester im Kleinkindalter) - so erlebte ich natürlich auch, das ältere Geschwister auszogen (alle bis auf einen ja so schnell es ging) - und wenn jemand auszog - musste jemand "neuer" nach - schon als Kinder nannten wir das "Frischfleisch" - auch wenn uns das damals nicht so klar war.
Es waren sehr viele Kinder, die von meinen Eltern kaputt gemacht worden sind.
Und das tut weh.
Geschriebenes
Es sind nicht viele - der Großteil fiel einmal einer Zerstörungswut zum Opfer.
Ich schreibe ja auch schon sehr viele Jahre Tagebuch und überlege aktuell noch, ob ich die alten (also mind 3 Jahre alte) auch öffentlich zugänglich mache oder Teile daraus veröffentliche. Das Problem für mich dabei ist, dass die nie dazu gedacht waren, dass sie jemand liest - und daher vor Fehler strotzen - noch sehr viel mehr als die Beiträge hier.
Und ich möchte sie nicht "korrigieren" oder so.
Mal sehen. Erstmal gibt es eine neue Kategorie: Gedichte - in die Texte und Gedichte von früher kommen, vielleicht schreib ich dazu jeweils auch was aktuelles.
