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Mittwoch, 10. Februar 2010

dies und das

Termin beim Neurologen/Psychiater war wie immer - soweit ganz ok und erstmal bleibt alles beim Alten (und er ist wieder mal auf dem Laufenden was die Betreuung angeht - die letzten Male hatten wir dafür kaum Zeit).

Dann die Phyiso - die war heute sehr anstrengend und auch schmerzhaft - weil er wieder einmal sehr an den Knien rumdrückte - aber ich hoffe, damit wird es jetzt dann auch wieder besser.

Wie haben immer noch viel Schnee - unten ist zentimeterdick blankes Eis - vor allem auch sehr uneben - so dass auch mit Spikes nicht mehr sehr viel zu machen ist - denn man kann gar nicht den ganzen Fuß auf einer Fläche aufsetzen - was das rausgehen grade wieder sehr viel schwieriger macht.

Die Traurigkeit ist heute ein klein wenig besser.

Es gibt jetzt ein vorläufiges Theme für wordpress - vermutlich zumindest. Ideal ist es noch nicht - optisch nicht so ganz - aber es lädt vor allem die Sidebar erst so spät. Aber es ist das was halt erstmal wohl sein wird, bis ich "das ideale" gefunden habe oder so. Ich warte noch auf die Freischaltung der Domain - und dann wechsel ich dort hin.

Habe das Ok für die Grafik bekommen, die ich im Header verwenden will - und das freut mich sehr und ich bin da sehr dankbar für - zumal es eine ist, die mich schon viele Jahre begleitet. Damals gefunden als Grußkarte bei pauliland.

Kräftemäßig bin ich ziemlich am Ende - heute mehr körperlich - von daher bin ich froh, das morgen kein Termin ansteht.

Heute kam eine Jacke - und ich dachte schon, dass es endlich die Übergangsjacke sein wird. Aber nein es war eine Regenjacke, die ich schon längst wieder vergessen hab - dafür kam sie gleich zweimal - in zwei Paketen - ähm - nun ja. Sie gehen zusammen in einem Paket zurück - nicht nur weil ich erstmal die Übergangsjacke brauche, sondern weil diese Jacke nur zwei Taschen hat - und zwar parallel zum Reißverschluss - also sozusagen zwei "Bauchtaschen" - was ich ja gar nicht haben kann. Find ich auch etwas ungeeignet - grade für eine Übergröße. Aber was soll's. War jedenfalls etwas enttäuscht, da eben zwei Pakete und ich schon dachte, dass die Übergangsjacke dabei ist (würde mir die Entscheidung leichter machen, was ich denn nun wirklich nehme - Jacke oder Schuhe).

Der Schlaf ist in letzter Zeit eher gruselig - und irgendwie kann ich das nicht mehr auf Mond oder Hormone oder sonst was schieben - dafür ist es jetzt einfach zu lange und regelmäßig.

Mit ziemlicher Sicherheit liegt das an der Therapie - denn die löst natürlich ganz viel aus und das merke ich ja auch deutlich - dass da in mir ganz ganz viel passiert.

Noch ist es grenzwertig - so dass ich da nicht gegensteuern muss - heute hab ich mit dem Arzt auch abgesprochen, dass ich die Medis erstmal nicht ändere - eine Erhöhung stand ja schon irgendwie im Raum. Schlaf ist wichtig, weil ich eh schon sehr haushalten muss mit meinen Kräften - doch noch krieg ich das irgendwie hin.

Essverhalten hat sich wieder normalisiert - und darüber bin ich froh, denn das lief eher automatisch - ich hoffe nur, das bleibt jetzt wieder so und ist nicht nur eine kurzfristige Besserung.

Dafür muss ich wieder dringend mehr darauf achten, dass ich abends früher Schluss mache - also ab 16 - 17 Uhr Computer aus usw - das lag sicher jetzt am rumfriemeln am Wordpress - aber trotzdem.

Daher jetzt auch erstmal Schluss für heute :-)

Samstag, 6. Februar 2010

satt

Manchmal hab ich es einfach satt - zu kämpfen, sich Geistern und Dämonen zu stellen, altem Mist einen Platz zuzuweisen, sich mit den Widersachern auseinander zu setzen und ständig an sich zu arbeiten.

Es ist mühsam und manchmal fehlen die Erfolgserlebnisse, die das weitermachen anspornen könnten.

Und manchmal möchte man den Geistern, Dämonen und Widersachern einfach das Feld überlassen und sagen: macht doch was ihr wollt!

Manchmal möchte ich mein Leben einfach hinter mir lassen, einen Schlussstrich ziehen und endlich leben. Nur dieser Schlussstrich lässt sich nicht einfach ziehen.

Manchmal hätte ich einfach gerne meine Ruhe - doch die inneren Geister, Dämonen und die Widersacher werden mir die nicht gönnen, denn die werden offenbar niemals müde.

Doch ich bin diesen ständigen Kampf müde.

Dienstag, 2. Februar 2010

Therapie und sonstiges

Thera war heute - eigenartig.

Mit ca 50 Minuten Verspätung angefangen - also dann, als mein Termin eigentlich schon um war - wegen eines Notfalles in der Ambulanz - ist da halt so. Da aber der nach mir abgesagt hatte, hatten wir doch eine gute halbe Stunde Zeit.

Wir haben kurz über letzten Freitag gesprochen, wobei ich merkte, dass ich das grad nicht in Worte fassen kann - da passiert grad viel - und es geht in die richtige Richtung, aber so richtig klar formulieren - gelingt mir nicht. Es ist auch für mich noch nicht so richtig zu fassen.

Aber es ist das Gefühl, dass grad was ganz Wichtiges und Grundlegendes passiert, sich was ändert - und dass es in die richtige Richtung geht - und dranbleiben angesagt ist.

Was meine Verstrickungen angeht ist das jetzt eigentlich geklärt. Nachdem es mir jetzt bewusst wurde, wie und wo da die Verstrickungen waren, ist es auch kein Thema da für mich meine Grenzen klar zu machen und auch bewusster darauf zu achten, dass ich da nicht wieder in eine Rolle rutsche, die ich nicht will. Auch mit der Freundin ist das geklärt und damit der Weg wieder offen für uns - da ein gutes Miteinander zu finden - bin sehr optimistisch.

Das andere "Sorgenpaket" - mit dem kleinen Mädchen - ist frustrierend. Beim Jugendamt hab ich heute angerufen, aber hatte nicht den Eindruck, dass da jetzt groß was passieren wird.

Genau diese Reaktion von den Leuten dort - macht das Anrufen so schwer - weil die immer gleich auch stur schalten und dem Anrufer das Gefühl geben eh nur zu übertreiben und solange das Kind nicht totgeschlagen wird, ist ja alles nicht so schlimm.

Und das wiederum trifft mich natürlich immer tief - weil es da auch ganz viel Altes auslöst. Aber grad bei der Kleinen kann ich halt nicht einfach sagen: nicht mein Job.

Ja da sollte der Vater reagieren oder sonst ein Verwandter - aber die tun es nunmal nicht - und das Wohl der Kinder geht nun mal alle an - und damit auch mich - finde ich.

Heut bin ich nur noch müde und werd jetzt dann gleich Computer aus - und schauen dass ich heute früh ins Bett komme. Essen werde ich auch nicht mehr viel - ich hatte ja erst so spät zu Mittag gegessen (um drei) - daher nur noch ein paar tiefgekühlte Sauerkirschen gönn ich mir auf jeden Fall noch. Sollte ich später noch Hunger kriegen hab ich auch noch Knödel fertig im Kühlschrank (für die Suppe), die eh weg müssten.

Vollmond ist ja nun auch vorbei - von daher sollte ja langsam auch mal wieder eine ruhige Nacht drin sein.

Dann ist eh Ruhe angesagt - da ich körperlich angegriffen bin zur Zeit.

Außerdem ist mir Freitag das erste Mal aufgefallen, dass die Knie nicht mehr so gut sind wie die Zeit davor - schmerztechnisch war es also doch leider nur eine Phase die besser war. Freitag dachte ich noch, dass es am Einkauf liegt - weil halt deutlich mehr unterwegs.

Aber auch die Handgelenke, Ellenbogen, Schultern und Finger sind wieder auffällig - hatte ja auch gehofft, dass das halt mit den Hormonen zusammenhängt, weil das häufiger der Fall ist, nur das ist es diesmal leider nicht, sonst würde es jetzt wieder besser werden.

Ich kenn das ja, dass es dann so schubweise kommt - trotzdem trauer ich der guten Phase schon etwas nach - es ist schon erstaunlich wie schnell man sich daran gewöhnt und dann eine Verschlimmerung wieder deutlich heftiger wahr nimmt.

Schmerzmitteldosis musste ich heute dann leider doch erhöhen - hatte ich mich ja die letzten Tage sehr gewehrt.

Trotzdem bin ich auf der Schmerzskala bei 5 etwa - also soweit schon ok.

Samstag, 30. Januar 2010

Geister und Dämonen

Diese hier gelten immer noch.

Dazu kommen zur Zeit die Gefühle des Schmerzes - des Schmerzes des Kindes in der Situation, des ausgeliefert seins und der Fassungslosigkeit.

So im Alltag ist es aber oft auch einfach nur das Ruhebedürfnis - die Müdigkeit und das "Welt aussperren wollen", das Merken dass ich an einer Grenze bin und auch gut auf mich aufpassen muss.

Und so mancher Zweifel die sich einschleichen - ob ich es richtig mache - für mich - ob ich zu viel will und ob diese Frage tief aus mir kommt oder einer der Geister einflüstert.

Der Zweifel entscheiden zu können von wem die Sachen die mir durch den Kopf gehen kommen - wer davon sozusagen der "wohlmeinender Ratgeber" ist.

wie geht es mir?

Gute Frage, nächste bitte.

Körperlich geht es zur Zeit ziemlich gut, die Schmerzen sind schon seit längerem echt gut aushaltbar - das darf gerne so bleiben (und noch lieber noch besser werden :-) ), auch kräftemäßig bin ich zufrieden - sofern ich mir genug Ruhe gönne, kann ich nicht klagen.

Psychisch geht es mir nicht schlecht, aber kräftemäßig bin ich da eher am Limit. Es ist sehr anstrengend und mühsam und es ist auch sehr schmerzhaft, es tut weh sich der Vergangenheit zu stellen. Überhaupt finde ich Gefühle sehr anstrengend (ist Anstrengung auch ein Gefühl oder eher eine Empfindung?). Ich spüre meine Grenzen - häufig - deutlich.

Doch gleichzeitig ist mir auch klar, dass ich auf dem richtigen Weg bin - ich habe Jahre darauf hingearbeitet und weiß, dass ich - nur für mich gesprochen! - nur so meiner Vergangenheit die Macht nehmen kann, die sie noch heute auf mein Leben hat.

So möglichst objektiv gesehen muss ich sagen, dass es mir recht gut geht - für die Umstände. Und das wiederum macht ein gutes Gefühl, denn es macht deutlich, dass ich mittlerweile wirklich stabil bin, dass ich die Traumaexposition wirklich ambulant machen kann, einen Therapeuten habe mit dem das auch geht und dass ich die Möglichkeit habe mir eben die nötige Ruhe auch zu geben -nicht nur zeitlich, sondern dass ich auch in der Lage bin, sie mir zu gönnen - sie mir zu nehmen und mir Gutes damit zu tun.

Fakt ist - es geht mir ganz gut solange ich mir genug Ruhe gönne - und leider ist auch Fakt, dass ich dazu einen weiteren freien Tag bräuchte. Ich komme hin - so grade so - doch wirklich Reserven auftanken, dazu fehlt ein zusätzlicher freier Tag.

Es fällt mir manchmal schwer diese Ruhe zu nehmen, ich weiß, wenn ich heute die Wäsche fertig hab, hab ich da auch Ruhe - und ich könnte es eh nicht so gut "nebenher" machen, weil es dafür schon wieder zu anstrengend ist. Aber ich fürchte auch, dass ich mich da heute etwas drauf stürze, um mich nicht mit dem gestrigen Therapietermin auseinandersetzen zu müssen - durch den Trubel bin ich wieder in einem Aktivismus geraten und es fällt mir schwer den zu stoppen.

Die Wäsche ist da auch eine Art "Kompromiss" (wenn auch eher ein fauler) - denn da ist immerhin immer eine Stunde dazwischen - in der ich auch wirklich nichts mache außer fernsehen und im Internet surfen oder schreiben.

Wie geht es mir also?

Ich denke für einen Außenstehenden, einem "Gesunden" oder "Normalen" - geht es mir ziemlich schlecht, weil ich sehr gut haushalten muss mit den Kräften und schon ständig mit meinen inneren Geistern und Dämonen kämpfen muss. Und diese Kämpfe kosten grade meine ganze Aufmerksamkeit - vielleicht nicht die Kämpfe allein, sondern auch die Regenerationsphasen die nötigen sind um die Kämpfe aufrecht erhalten zu können.

Für mich geht es mir nicht schlecht - sogar eher gut für die Umstände. Für mich bedeutet gut gehen eben auch dieses Gleichgewicht halten können zwischen Kämpfen und Erholungs- und Regenerationsphasen - um überhaupt weiterkämpfen zu können. Schön wäre wenn weniger Kämpfe und dafür auch ein Auftanken möglich wäre - doch ich kenne auch die anderen Zeiten - in denen ich nur noch mühsam auf die Kämpfe reagieren konnte und so die Geister erst manchesmal und dann immer häufiger die Oberhand gewannen, weiß noch wie es ist, jede einzelne Minute dafür zu kämpfen, wenigstens die nächsten 5 Minuten zu überleben - im wahrsten Sinne des Wortes.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Phyiso

Die war ganz gut und es macht sich so ganz vorsichtiger Optimismus breit - denn die letzten zwei Wochen waren schmerztechnisch (zumindest was die Knie angeht) ziemlich gut. Auch die Übungen gehen leichter (da hatte ich schon letzte Woche um "neue" gebeten fürs Schwimmen, da die "alten" mehr so nebenher gingen, das war vor ein paar Wochen noch ganz anders, da gingen die "alten" noch gar nicht oder nur unter großen Schmerzen), bei der Beinpresse gehen größere Gewichte (und zwar deutlich größere!) und auch sonst scheint das ganze im Moment deutlich besser.

Kann so bleiben bitte!

Rücken ist im Rahmen, der kam ja jetzt doch recht lange zu kurz, aber dafür ist auch der recht gut beisammen.

Schmerzfrei bin ich nicht, aber immerhin schaffe ich die 5 Treppen zum Briefkasten zur Zeit OHNE Krücken! - zwar mit festhalten am Geländer und weh tut's auch - aber immerhin - hey das ging schon seit über 3 Jahren nicht mehr!

Es gab immer mal Phasen wo es besser war und dann wieder welche die schlechter waren - doch 2 Wochen am Stück gut ist mir bisher nicht untergekommen - und zwar gut obwohl ich ja meine Sachen mache (und dann manchmal auch nur noch stöhnend ins Bett falle weil alles weh tut) - grade so den Boden in der Wohnung machen - da komm ich dann an die Grenze - nur wir schaffen eben alle vier Böden - während ich früher dann eben schon nach einem Raum völlig am Ende war.

In mir ist immer noch diese kleine Stimme die Angst hat - vor dem Morgen an dem ich dann wieder kaum hoch komme oder ich die Treppe runterstürze, weil das Knie vor Schmerz einfach wegknickt (oder auch bei der Gehsteigkante oder so - braucht's keine Treppe für). Auch die Angst mich darüber zu freuen, es zu geniessen, weil es dann wieder um so schwerer wird, wenn der Schmerz zurückkehrt.

Doch die meiste Zeit kann ich diese Stimme verbannen und mich einfach nur freuen. Ich bin weit weg vom "tun und lassen können was ich will" - aber eine 3-4 auf der Schmerzskala (weil die Schmerzmedis muss ich schon noch nehmen und alles kann ich leider auch nicht machen - aber halt deutlich mehr als sonst - sind nur wenige Sachen die gar nicht gehen) - ist für mich ein Spitzenergebnis - meist pendel ich ja zwischen der 2 und der 4 herum.

Da überwiegt die Freude dann doch :-)

Montag, 25. Januar 2010

Arztbesuche IV - der Neurologe/Psychiater

Aufgrund der Anfälle brauchte ich einen Neurologen, wegen des ganzen Psycho-Krams einen Psychiater. Letzteres ist bei mir unabhängig vom Therapeuten, da das anfangs nicht über die Institutsambulanz ging, dann war ich da schon bei einem und blieb da.

Der erste hat mich mit Medikamenten vollgestopft - und zwar richtig - Neurocil und Haldol in Mengen, die kaum noch vertretbar waren, Tavor immerhin mit Warnhinweis und gleichzeitig einem "nehmen sie ruhig". Bis ich bei Mengen war, die eben nicht mehr vertretbar waren. Doch immer weiter brav vom Arzt verodnet. Außer den Medikamenten bewies er keinerlei Gespür - denn ihm reichte eine "Posttraumatische Belastungsstörung" nicht - nein er wollte genau wissen was damals war und wie und überhaupt (beim ersten Termin - innerhalb der ersten 5 Minuten) - logisch dass ich da eher durchdrehte.

Trotzdem - einen anderen Arzt aufsuchen hätte ich gar nicht geschafft - und wenigstens bekam ich meine Medis. Irgendwann meinte er nur, dass mir eh nicht zu helfen sei und daher eh egal wie viel er mir verordnet (wortwörtlich)

Also wechselte ich. Ob der Massen an Medis (und meiner Bitte, dass ich da unbedingt reduzieren möchte und deshalb jemanden suche, der da mitmacht, da der letzte Arzt eben eher wahllos verordnet hätte) war der nächste nach 5 Minuten überzeugt, dass ich ja nur ein Suchtproblem hätte(und deshalb den Arzt wechsle um mehr "Stoff" zu kriegen) und das würde ich ja damit beweisen, dass ich das leugne (dieser Arzt sollte dann ein halbes Jahr später ein Gutachten über mich erstellen, trotz Rücksprache mit behandelndem Arzt und Therapeuten dass das eben nicht geht, weil es zu einer Retraumatisierung führen würde - schrieb er damals dann nur, dass ich mich geweigert hätte zum Termin zu erscheinen).

Diesmal schaffe ich es eben erst gar nicht nochmal da hin zu gehen und mir gleich einen anderen zu suchen.

Beim dritten bin ich heute noch. Jetzt gut 10 Jahre. Er hörte sich alles an, war erschüttert ob der Medis (und sagte das auch) - verstand aber auch dass ich reduzieren möchte und muss und war bereit das mit den Medis allein zu übernehmen (ich bat darum, dass bis das alles wieder in "normalen" Bahnen läuft, sämtliche Medikamente von einem Arzt verordnet würden - damit eben auch nicht die Möglichkeit entsteht, sich das Rezept bei mehreren zu holen - ich brauchte für mich da Absicherungen, denn mir war durchaus klar, dass ich durchaus eine Suchtproblematik hatte - nur war es eben nicht die Sucht, die mein Hauptproblem war, nicht das Beschaffen von Medis, sondern eben ein entsprechendes Reduzieren - ich hatte ja immer nur das genommen, was mir vom Arzt verordnet wurde).

Auch hier brauchte es ein Kennenlernen - heute vertraut er mir und ich ihm . Medikamente waren übrigens nach einem halben Jahr nur noch am Rande Thema - den mit klaren Ansagen und Richtlinien war das alles kein Problem. Das Tavor blieb als Bedarfsmedikation noch eine Weile erhalten - aber auch hier mit bis zu dreimal die Woche 2 mg und alles darüber hinaus nur nach Absprache dann außerhalb einer Suchtgefährdung.

Das Halten an Absprachen war nie ein Problem. Das merkte dann auch der Arzt recht schnell. Auch er stellte irgendwann fest, dass ich mich nur melde wenn es mir sehr schlecht geht und so gab es bald die Order, dass bei einem Anruf von mir er unverzüglich verständigt werden soll und dann abklärt ob er sich eben gleich zurückmeldet oder innerhalb der nächsten Stunden.

Irgendwann konnte ich das auch sagen wenn es sehr eilte (weil es grade sehr akut war und ich eine klare Ansage brauchte) - bzw. es reichte dann wenn ich wusste er meldet sich eben dann nach der Sprechstunde.

Die Anfälle sind heute Geschichte - damals war das auch für ihn neu, da ich (wie generell) hohe Dosen brauchte um einen stabilen Medikamentenspiegel im Blut zu erhalten.

Doch ich hatte bei ihm nie das Gefühl, dass er mir nicht glaubt oder mich nicht ernst nimmt! Auch wenn er sagte, dass er sich das nicht erklären kann oder ähnliches - ernst genommen hat er mich immer.

Heute nehm ich kaum noch Medikamente - ich brauch sie nicht mehr. Ich seh ihn einmal im Quartal und auch das reicht (kurz auf neuesten Stand bringen und das Rezept abholen). Er weiß ich melde mich wenn es brennt und ich weiß, dass ich mich jederzeit melden kann.

Zwischen uns herrscht Vertrauen und Wertschätzung. Das erleichtert die Zusammenarbeit sehr.

Anfangs bedurfte es dafür mehr Zeit - das war damals auch noch möglich. In der heutigen Zeit ist es deutlich schwieriger da einen Arzt zu finden, der bereit ist, sich darauf auch einzulassen - denn heute haben sie diese Zeit einfach nicht mehr.

Das macht die Suche nach Ärzten schwieriger - aber nicht unmöglich - für mich aber um so wichtiger da eben im Vorfeld genau zu schauen.

Arztbesuche III - Hausarzt

So wie ich es hier beschrieben habe, suche ich mir nach Möglichkeit die Ärzte aus, die ich regelmäßiger brauche - das ist bei mir der Hausarzt und der Neurologe/Psychiater. Bei Ärzten die nur ab und an anfallen, suche ich natürlich nicht solange es nicht nötig ist - aber auch da melde ich nach Möglichkeit an, dass ich mehr Zeit brauche und es ein paar Schwierigkeiten gibt. Das hat sich z.Bsp beim Gynäkologen als sehr sinnvoll erwiesen.

Von daher werde ich hier nur auf Hausarzt und später noch auf Neurologe/Psychiater eingehen.


Ich habe mit meinem Hausarzt vor vielen Jahren eine Absprache getroffen: grade weil ich das in dissoziativen Zuständen oft nicht so sagen kann oder auch die Körperwahrnehmung sehr gestört sein kann gibt es sozusagen die Richtlinie, dass wenn ein Gelenk geschwollen oder bewegungseingeschränkt ist - oder auch nur blau - dann sollte das sicherheitshalber ein Arzt ansehen.

Hintergrund dazu ist, dass ich ihn mal angerufen hab weil es mir nicht so gut ging - auf Nachfragen versichert habe, dass es nicht eilt (den Arzthelferinnen gegenüber), dass es aber ganz gut wäre, wenn ich irgendwann mit dem Dok spreche und dass ich es eben grade nicht schaffe in die Praxis zu kommen. Es ginge aber nur um Husten und so.

Da sehr viel los war kam der Arzt dann erst am abend vorbei und hat mich dann sofort ins Krankenhaus gebracht - Lungenentzündung mit bereits doch ausgeprägter Atemnot.

Von da an gab es an die Damen vorne die Anweisung, sehr viel genauer nachzufragen und im Zweifelsfall auch durchzustellen - Ausnahme war nur, wenn ich nur ein Rezept wollte.

Das war noch in der "Anfangszeit" - mittlerweile ist das alles nicht mehr so dramatisch - allerdings ist es heute noch so, dass er davon ausgeht, ich sterbe gleich, wenn ich mich bei ihm melde - weil ich das eben immer erst dann mache.

Wir haben so manche Kämpfe ausgefochten, weil ich eh immer alles auf die Psyche schob und daher Erkrankungen nicht ernst nahm - überhaupt nahm ich meinen Körper nicht ernst. Nach Schmerzen konnte ich nicht gehen - da ich die meiste Zeit dissoziiert war (so gab es auch den Fall dass ich von Brandwunde an der Hand sprach - in einer Art die auf ein kleines Brandbläschen schließen lies - und es in Wirklichkeit eine Verbrühung des gesamten Unterarms war (ein epileptischer Anfall beim Nudelkochen).

Meine Schmerzwahrnehmung war damals mehr als nur gestört - sie war schlicht nicht aussagekräftig.

Heute ist es anders - wenn es nicht um ein Verdrehen des Knies geht - denn da kippt es gerne noch in die Ecke, dass sich alles verdreht und ich in irgendwelchen alten Filmen bin.

Mein Hausarzt war immer eher einer, der gerne die Psycho-Ecke hervorholte und musste bei mir feststellen, dass er da gewaltig umdenken musste.

Die letzten Jahre ist es ruhiger geworden - ich seh ihn kaum - einmal im Jahr höchstens, wenn was ist telefonieren wir und die letzten Jahre vertraute er auch darauf (zu Recht) - dass ich da mittlerweile ein Gespür für entwickelt habe und Dinge nicht mehr runterspiele.

Er weiß aber auch, dass eben ein "normales" Untersuchen nicht möglich ist (was so manches mal zum Problem wird). Wir haben da einen guten Umgang miteinander gefunden - ich kann mich auf manche Untersuchungen einlassen, weil ich weiß, er wägt da auch genau ab und packt in das für und wider auch die Konsequenzen für mich rein.

Grade das Gefühl, dass er mich da auch ernst nimmt, hilft Vertrauen aufzubauen und sich dann auch auf mehr einlassen zu können - da er eben auch auf die Probleme die auftreten Rücksicht nimmt und nach Wegen sucht es so komplikationslos wie möglich zu gestalten - das sind oft Kleinigkeiten - wie eben beim Röntgen ein Shirt anlassen oder beim EKG mit BH und Bluse usw.

Wenn beide bereit sind da einen Weg zu finden, lässt er sich meistens auch finden.

Leider ist es nach meinem Umzug so, dass ich es kaum schaffe dort hin zu fahren - bisher hatte ich das Glück, dass nichts dramatisches war, so dass wir alles nötige per Telefon regeln konnten, doch ein Magen-Darm-Infekt dieses Jahr machte deutlich, dass das nicht immer so geht und ich deshalb dringend einen Hausarzt suchen sollte - Betonung auf sollte. Denn bisher hab ich mich dazu nicht aufraffen können.

Arztbesuche II - Grundlagen

Generell versuche ich den ersten Termin zu machen bevor er nötig ist - sprich anzurufen, zu sagen, dass ich den Arzt kennenlernen will, ein etwas kompliziertere Fall bin und daher etwas mehr Zeit nötig wäre, es aber aktuell keine Beschwerden gibt.
Dann kann das Praxisteam entsprechend planen - klappt fast überalle.

Ich nehme einen Zettel mit auf dem das Wichtigste notiert ist:

- Diagnosen
- was für Probleme der Arztbesuch mit sich bringt wie
  • große Probleme angefasst zu werden
  • große Probleme mich zu entkleiden
  • große Probleme über den Körper zu sprechen, Körperteile zu benennen
  • große Probleme der Körperwahrnehmung allgemein
  • im speziellen: Schmerzen werden nicht oder verzerrt wahrgenommen, können keinem Ort zugeordnet werden oder als stechend, dumpf oder sonst was definiert
  • Blutdruck wird wegen Panik immer zu hoch sein (Blutdruck ist bei mir sonst eher niedrig)
  • Puls ebenfalls
  • Blutentnahme nur am Handrücken möglich (da Armbeuge erstens nichts zu finden ist und zweitens deutlich mehr Panik auslöst - was noch weniger finden lässt)
  • Blutentnahme nur nach Ankündigung (muss mich drauf einstellen können)
  • Verweigern von Untersuchungen kein "ich will nicht" ist - sondern schlicht ein nicht können
  • generell ich gerne mit ihm zusammenarbeiten will, aber eben darauf achten muss, was auch geht
- Infos für den Notfall
  • wie äußert er sich (damals bei mir in einem Erstarren, nicht mehr Reagieren können)
  • was kann/soll er tun (mich auf keinen Fall anfassen!, am besten einfach in Ruhe lassen - wenn es sich nicht bessert den Therapeuten ans Telefon holen)
- generell Hinweise für ihn - also eine Art "Bedienungsanleitung" für mich
  • anfassen nur nach Absprache und zwar nur nach ausdrücklichem Ok von mir
  • genau erklären was er wie untersuchen möchte mit Erläuterung aller Alternativen
  • Erklären der Folgen wenn es eben nicht geht
  • die Entscheidung bei mir lassen - er kann vorschlagen, aber nicht drängen
  • mir für die Entscheidung die nötigen Infos liefern, auf Fragen antworten, nachfragen ob ich alles verstanden habe oder noch Fragen habe
  • bei Untersuchungen ganz genau an Absprachen halten - und zwar peinlichst genau - im Zweifel lieber nochmal abklären
  • dafür sorgen, dass niemand in der Zeit in den Raum kommt (auch keine Sprechstundenhilfe!) - für mich war das immer wichtig, dass da niemand reinkommt, für andere ist z.Bsp wichtig, dass eine weibl. Person immer mit bei ist
  • ernst nehmen - gegenseitig - also wenn er mit etwas ein Problem hat das auch ansprechen, eventuell nachfragen wenn er etwas nicht nachvollziehen kann oder versteht
  • wenn ich einer Untersuchung nicht zustimmen kann, versuchen mit mir gemeinsam einen Weg zu finden wie es doch möglich wäre (z.Bsp beim Röntgen könnte man das T-Shirt anlassen oder ähnliches) - also klären - was genau ist da schwierig und schauen ob es eine Alternative gibt (denn dazu muss man eben wissen, dass z.Bsp beim Röntgen Baumwollstoffe nicht stören)
bei mir gehört auch mit rein, dass ich eben wegen der Harnwegsinfekte nicht in der Lage bin das beim Urologen zu klären oder jedes Mal Antibiotika zu nehmen, es für best. Situationen Absprachen geben muss (z.Bsp Bedarfsmedikation oder was tun bei Verletzungen die nicht ganz klar sind oder wann spätestens melden bei einem HWI, Anfall usw.)

Wichtig immer ein:

ich will mit ihm zusammen eine Lösung finde, ich verstehe sein Problem durchaus wenn er nicht richtig diagnostizieren kann, wenn ich bockig wirke oder verstockt - liegt das nicht am "zicken" sondern daran, dass ich in der Situation überfordert bin und dissoziiere - erst ins "funktionieren" rutsche (was oft bockig rüberkommt) und wenn das nicht ausreicht eben völlig erstarre (was auch schon oft genug als verstockt empfunden wurde - weil ich halt einfach nicht mehr reagiert habe - und wenn das mit dem funktionieren auch noch wechselt ist es besonders schlimm).

Ich weiß, dass ich ein schwieriger Patient bin, dass es Probleme im Miteinander geben wird, aber solange ich ernst genommen werde - ist das kein Thema. Das Ernst nehmen ist aber das Wichtigste - denn ich selbst nehme mich und meinen Körper zu oft nicht ernst - und deshalb ist es umso wichtiger, dass der Arzt das macht.

Ich bin wegen "nicht ernst genommen werden" schon auf der Intensiv gelandet, in eine Suchtproblematik reingerauscht (weil eh schon viele Medis genommen, ging aber immer noch schlecht - grade auch wegen der vielen Medis und meine Angst dass es zu viele sind oder sich Abhängigkeiten entwickeln könnten wurden nicht ernst genommen, sondern wahllos weiter verordnet - auch nachweislich abhängig machende Medis), es wurden deshalb (teilweise schwere) Verletzungen nicht erkannt (z.Bsp eine Kopfverletzung und ein Wirbelbruch, aber auch Brüche der Hand- und Fingerknochen, Knieverletzungen usw.), die teilweise längere Krankenhausaufenthalte nach sich zogen, usw.

Jedesmal bin ich zum Arzt - wurde aber sobald klar war, dass die Schmerzwahrnehmung gestört ist - sofort in die Psycho-Ecke geschoben.

Es gab viele Erfahrungen im Krankenhaus, die für mich noch heute der Horror sind - und die es mir bis heute kaum möglich machen wirklich ins KH zu fahren (und leider nur sehr wenige positives Erfahrungen - eigentlich nur eine). Ich bin seit vielen Jahren sowohl bei meinem Hausarzt (seit ich hier in der Gegend wohne - also 13 Jahre) und bei meinem Neurologen (nach kurzer Odyssee seit gut 10 Jahren) - bei beiden besteht Vertrauen von beiden Seiten (ironischerweise ist aber für Krankenhäuser auch die Aussage eines Arztes nichts wert - nicht mal eine ärztl. Stellungnahme - da bleibt Psycho doch immer Psycho - und ich habe den Arzt sicher nur manipuliert, überredet, eingewickelt oder überlistet das zu schreiben) - bei den beiden kann ich mich auch melden.

Arztbesuche I

Als das mit dem Knie war überlegte ich ob ich hier kurz schreibe, wie das mit den Arztbesuchen so ist. Zumal es übertrieben scheint, wegen einer Kleinigkeit gleich zum Arzt zu rennen.

Grade weil es für mich schwieriger ist, ist es wichtig, dass der Arzt die nötigen Informationen hat bzw. bekommt - und das noch möglichst in kurzer Zeit.

Für Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung sind Arztbesuche ein ziemliches Problem.

Zum einen ertragen viel ein "Anfassen" nicht - es ist ein Trigger, der Flashbacks auslöst und so jede Berührung zur Hölle macht. Zum andern ist es auch so, dass es dabei ja nun mal um den Körper geht - etwas mit dem die wenigsten Traumatisierten umgehen können.

Zu der "normalen" Scham des Ausziehens kommt da eben immer der alte Mist mit rein.

Aber auch die Untersuchungen an sich gestalten sich schwierig - sowohl für die Patienten als auch für die Ärzte.

Wie schon mal geschrieben, ist es oft so, dass die Schmerzwahrnehmung nicht oder verzerrt da sein kann - ein Drücken aufs Knie, kann in der Schulter weh tun oder im Schienbein oder einfach nicht "zuordenbar" sein. Er kann auch gar nicht wahrnehmbar sein, während der Körper vielleicht zurückzuckt (nicht wegen des Schmerzes, sondern wegen der Berührung).

Das macht jede Untersuchung - und jede Diagnostik - schwierig.

Da aber grade beim Anfassen oft ein Dissoziieren einsetzt - ist das ein häufiges Problem. Das ganze macht sehr viel Angst - und es ist äußerst unangenehm. Man schämt sich dafür unendlich.

Die einzige Möglichkeit da wenigstens eine Chance für eine annehmbare Diagnostik zu schaffen ist Offenheit.

Der Arzt muss um die Umstände Bescheid wissen - doch wie vermittelt man das in der Kürze?

Heute reicht oft zu sagen, dass man eine Posttraumatische Belastungsstörung hat und deshalb Angaben zu Beschwerden oft nicht klar gegeben werden können.

Das Problem dabei ist, dass für Ärzte der erste Teil noch vielleicht verständlich ist - der zweite nicht mehr.

Reaktionen wie "dann kann es ja nicht so schlimm sein, wenn sie mir das jetzt nicht sagen können" - sind eher die Regel als die Ausnahme. Vielleicht sagt es nicht jeder (sondern nur jeder 4. oder so) - aber es denken sich fast alle. In der Regel wird man schnell "abgeschoben".

Ich hab mir angewöhnt da sehr offen zu sein. Trotzdem ist jeder Arztbesuch eine Qual - und es muss schon sehr schlimm sein, bis ich gehe. Schlimm heißt in dem Fall: der Leidensdruck muss groß sein. Doch grade das wird einem meist nicht geglaubt.

Denn als Psycho sind wir ja alle eh eher Simulanten und was weiß ich was alles.

Besonders schlimm empfinde ich es, dass mir dann nicht mehr geglaubt wird.

Ich reagiere z. Bsp nicht auf Valium - gar nicht - eher werd ich noch munter - aber das wird nicht geglaubt. Also wird vor einem MRT massenhaft Valium gegeben und sich gewundert, warum ich nicht ruhiger werde und immer noch Panik schiebe (bis hin zu "haben sie es überhaupt genommen, wieder erbrochen und was weiß ich noch alles).

Das ist auch in psychiatrischen oder psychosomatischen Kliniken nicht anders - da sollte ich es gegen die Angstzustände bekommen. Es ist echt kein Spass während eines Angstzustandes auch noch zu diskutieren, dass das Zeug nicht wirkt (zumal es vorher schon angegeben wurde) - nein man muss es nehmen - unter Aufsicht (damit man es ja nimmt) - und als Zäpfchen, damit man es nicht ausspuckt usw. Und dann wird gejammert dass es nichts bringt und ich doch gefälligst ein guter Patient sein soll und endlich "normal" reagieren und mich beruhigen.

Mein Körper reagiert auf Medikamente eigenartig - das weiß ich - und ich verstehe, dass das erstmal alles schräg klingt (und dann auch noch aus der Psycho-Ecke - dann ist eh alles klar). Das muss man dann immer "beweisen" - indem man den Mist unter Aufsicht nimmt und tausendmal den Blutspiegel messen lässt und das Verhalten beobachtet wird usw.

Sobald man sagt, dass eine psychische Komponente dabei ist - wird man nicht mehr ernst genommen. Das wiederum macht jeden Arztbesuch zu einem Erlebnis, der die Angst davor verstärkt.

Deshalb such ich mir meist in "guten" Zuständen "meine" Ärzte aus - das ist ein Hausarzt, ein Neurologe (wenn möglich gleichzeitig Psychiater) und zwangsläufig ein Frauenarzt (um den Urologen drück ich mich immer noch).

Mittwoch, 20. Januar 2010

Fakten

Muss mir selbst da mal ein paar Sachen klar machen:

Vor 10 Tagen hab ich mir das Knie verdreht, nach einer Woche war das Knie wieder in Ordnung - so im Gesamten kenn ich das so, dass mich dann die Angst sehr lange fest im Griff hat - und zwar in einem deutlich heftigeren Ausmaß als es diesmal war. Klar sind da noch Ängste - nicht zu knapp - doch so wie es jetzt ist - war es früher etwa nach gut einem Monat erst. Dass ich ohne Krücken in Reichweite rumlaufe, aber überhaupt auch rausgehe usw - das brauchte alles deutlich länger. Von daher - was ärger ich mich da über mich?

Heute in der Physio war erstmal vorsichtiger Optimismus da - denn die Knie sind im Moment mal echt ziemlich fit. So in der Ebene geht das Laufen mittlerweile ganz gut ohne, auch mal längere Strecken (ich rede hier von 200 Meter oder so). Heute Vormittag hab ich mich an die Treppe gewagt - und es ging - zwar mit Geländer und Schmerzen, aber hey, immerhin ging es überhaupt ohne dass der Schmerz das Knie dazu überredete wegzuknicken.

Schon Ende letzter Woche war irgendwie erstes "Antesten" da, da die Knie im Moment wirklich gut mitspielen - deutlich besser, als ich das gewohnt bin. Und klar kenne ich Phasen, in denen es besser ist und natürlich ist in mir Angst, dass es dann doch wieder nur eine Phase ist und wieder schlimmer wird.

Ich hab viel erreicht in dem knappen Jahr seit ich regelmäßig die Phyiso mache - und es sind so die ersten zarten Hoffnungen, dass ich es schaffen könnte, die Krücken endgültig in die Ecke zu stellen.

Das hab ich mir zwar immer gewünscht und oft auch vorgenommen, doch zur Zeit scheint es auch realistisch, umsetzbar - und die Hoffnung die da die ersten Halme bildet - naja ist dieses "soll es wirklich wahr werden?", "soll sich dieser Traum wirklich erfüllen?" - die Angst mich darauf einzulassen, denn wenn es dann doch nicht klappt tut es einfach nur noch mehr weh.

Und in diesen Momenten wird mir klar, wie sehr es mich belastet - die Schmerzen, die Krücken, das nicht richtig laufen können, die ständigen Einschränkungen - zusätzlich zu denen die mir schon die Vergangenheit und die Angst diktieren.

Mich wirklich auf diese Hoffnung einzulassen, dass ich wieder ohne Krücken laufen kann - auch Treppen oder Gehsteigkanten wieder gehen - das wäre mir so wertvoll - so unendlich wertvoll - dass sie mir einfach Angst macht: Angst, dass diese Hoffnung wieder zerstört wird - wie schon so viele Male.

Ich habe so lange gebraucht mich damit abzufinden, hab unendlich viele Kämpfe ausgetragen - auch mit den Ärzten - weil ich es nicht wollte - ich wollte nicht auf Krücken angewiesen sein - mal ok für ein oder zwei Wochen, aber nicht ständig. Und ich verlor - denn irgendwann war der Punkt, dass ich einsehen musste, dass es eben nicht ohne geht, dass ich mich entscheiden muss zwischen gar nicht laufen oder eben mit Krücken und irgendwann hab ich mich - mit einer Todesverachtung - für die Krücken entschieden. Doch das war immer mit Abneigung und Hass gekoppelt - ich kann diese Teile nicht ausstehen. Grade weil ich auch darauf angewiesen war - denke ich.

Schon das letzte Jahr war dann ja schon so, dass grade Ebene ganz gut ging - und eben auch die meiste Zeit sogar ohne Krücken, solange wir unter 200 Meter blieben. Später ging es auch mit Nordic Walking Stöcken - so dass ich meine Runden drehen konnte. Zwar immer noch auf eine halbe Stunde etwa begrenzt - aber immerhin.

Nur Gehsteigkanten und Treppen blieben ein Problem - und erst da fällt dann auf wie viele Gehsteigkanten es überhaupt gibt.

Gehsteigkanten gehen mittlerweile - meistens jedenfalls. Treppen jedoch blieben die Ausnahme - mal eine einzelne Stufe - sofern ein Geländer da war auf das man sich stützen konnte, wenn es ganz gut war sogar mal 2 oder 3 Stufen - doch mehr war definitiv nicht drin.

Heute waren es 5 - ganze 5 Stufen - natürlich mit Geländer - aber trotzdem - ich wollte es einfach wissen, wollte es probieren - mit jeder Menge Angst (könnte ja ausrutschen oder wenn es dann doch wieder wegknickt fall ich wieder usw) - aber irgendwie musste ich es wissen.

Den Knien geht es gut - natürlich nicht schmerzfrei, doch das erwarte ich nicht mal - mir reicht es, wenn der Schmerz im Rahmen bleibt und ich dennoch die Treppen steigen kann.

Diese Hoffnung irgendwann ohne Krücken wieder laufen zu können - ist leider auch mit Angst gekoppelt - der Angst, wenn ich mich dieser Hoffnung hingebe, wieder enttäuscht zu werden. Zu groß war die Enttäuschung als ich diese Kämpfe damals austrug, zu schwer das eingestehen, dass es eben nicht anders geht.

Und doch ist sie da - vielleicht noch nicht recht als Hoffnung wahrgenommen, sondern immer noch als großer Wunsch, großer Traum: die Krücken nicht nur in die Ecke stellen zu können, sondern wegzuwerfen oder in die Garage zu stellen oder was auch immer - aber ich brauch sie nicht mehr und kann wieder laufen - auch Treppen oder ähnliches.

Im Moment ist nur Fakt: die Schmerzen in den Knien sind irgendwo bei 2-3 - und das ist wunderbar und freut mich sehr. Generell ist zur Zeit schmerztechnisch einiges besser - und ich geniesse es sehr.

Die Schmerzen gehen nicht grad im Chaos unter - sondern sind grade wirklich mal besser.

Dienstag, 19. Januar 2010

gefrustet II

Ja - woran happert es.

Am eingestehen und zugestehen.

Ich würde gerne mehr machen, würde gerne aktiver sein, mehr an meinem Projekt arbeiten, würde mich gern häufiger mit Freunden treffen oder häufiger in die Tischlerei gehen (zumindest einen 2. Vormittag).

Ich würde gerne ein zweites Mal Schwimmen die Woche schaffen (wobei das erstmal nur auf Feber verschoben wurde), weil ja Nordic Walking wegfällt und ein zweites Mal Sport für mich wichtig ist und mir auch fehlt (und auch wenn Physio sehr anstrengend ist - zählt das für mich nicht - ist zwar auch Sport - aber da geht es nicht um Ausdauer und auspowern).

Aber ich würde auch gerne wieder mehr mit Musik machen, gezielte Zeit fürs Singen (so richtig - mit einsingen und an best. Stücken arbeiten) oder etwas lernen - mich mit einem Thema beschäftigen, das mir fremd ist, mich da einlesen und informieren.

Oder schlicht mit dem Weltgeschehen auseinander setzen - denn das blend ich zur Zeit ja völlig aus -Nachrichten hab ich schon letzte Woche gestrichen, weil ich das grad einfach nicht mehr kann.

Auch die yahoo-group, die ich mit I. leite - da mehr tun, es stehen einige Themen aus, zu denen noch etwas geschrieben werden sollte - so allgemein - doch ich schaff es einfach nicht. Diese Woche macht I. sie noch - dann bin eh erstmal ich wieder dran.

Aber auch zu Hause - dich Sachen aus der Kommode sollten in den Schrank geräumt werden, damit die Kommode sozusagen die "Kruschtecke" wird - und so finden sich noch einige Ecken in der Wohnung, die gerne Aufmerksamkeit hätten - auch wenn es im Großen ok ist wie es zur Zeit aussieht.

Oder einfach nur mal über das Fernsehprogramm am Tag lästern (dazu muß man erstmal sehen was da so alles läuft).

Es fällt mir schwer mir ein- und zuzugestehen, dass ich zwar viel zu Hause bin, aber in mir eben so viel arbeitet, dass ich mehr Ruhezeiten brauche als ich mir zur Zeit nehme und gönne.

Dieses "in mir" - da happert es - denn das sieht keiner, das kann man nicht erklären, das bringt keinen sofort sichtbaren "Erfolg" - nichts "vorzeigbares".

Und da arbeiten wieder Geister - wie oft hat mir meine Mutter gesagt, dass ich ja nur faul sei - ich ging zur Schule und hatte 5 Jobs, arbeitete 19 - 20 Stunden am Tag - aber das war ja "faul".

Diese Angst davor "faul" zu sein hatte zur Folge dass ich schon mit 16 der typische Workaholic war - von Termin zu Termin geflüchtet, immer nur gemacht und getan. Egal was ich gemacht hab - nichts hat gereicht - immer war es zu wenig.

Vom Kopf her weiß ich, dass die Traumabearbeitung und -exposition Arbeit ist, der Körper merkt es, denn der kommt kaum zur Ruhe, doch gefühlsmäßig rutsche ich grade wieder in dieses "sei nicht so faul", ins "ist immer zu wenig".

Nur dass es diesmal die Stimmen in mir sind, die mir das vorwerfen - und sich darauf stützen, dass es ja so viele Dinge gibt, die ich gerne machen würde - und es nicht schaffe.

Und jetzt soll ich noch weiter zurückschrauben? Das frustet mich grad gewaltig und hinterlässt ein Gefühl von:

Ich hab es einfach satt! Ich will funktionieren, will arbeiten, will aktiv sein, nicht ständig und so vielseitig eingeschränkt! Und ich will weg von dem ständigen "ich" - ohne mich dabei zu vergessen und überfordern - genug Kraft und Energie überhaben um mich um anderen kümmern und für andere da sein zu können.

Vielleicht bin ich auch einfach nur unausgeschlafen oder es ist mal wieder Zeit fürs PMS (das weiß ich dann in ein paar Tagen).

gefrustet

Bin grad gefrustet.

Ich merke dass alles grade etwas viel ist - doch das will ich nicht einsehen.

Ich muß mich entscheiden - entweder in der Therapie einen Gang runterschalten, damit ich nicht nur den "Basis-Alltag" hinkriege, sondern eben auch all die Dinge, die ich gerne machen würde (z.Bsp auch an meinem Projekt weitermachen).

Oder eben dranbleiben und dann auch akzeptieren und einsehen, dass ich beim Rest einen Gang runterschalten muss.

Ich komme grade so hin, merke, dass ich die Wochenenden wirklich als Ruhezeit brauche, dass ich abends nicht so zur Ruhe kommen, gleichzeitig auch das Lesen schwerer fällt, ich wahnsinnig müde bin und doch erst sehr spät einschlafen kann, dass ich kaum einen Tag nur für mich habe - und dass ich damit nicht klar komme.

Zwar habe ich keinen Job, aber mir fehlt Zeit - und die knappse ich - klar - an der ab, in der ich nichts mache, sondern mir einfach nur Ruhe gönne. Damit mein ich einfach dasitzen, lesen oder fernsehen - sich nur berieseln lassen - und vor allem: nirgends hin müssen.

Und genau an diesem Punkt kollidiere ich mit Ansprüchen, die von mir kommen, aber eben auch immer wieder in Fragen der "normal arbeitenden Bevölkerung" auftauchen:

Was machste denn den ganzen Tag - die paar Termine die Woche und sonst frei: ist doch super! Das hätt ich auch gern.

Mir ist durchaus klar, dass ein Außenstehender das nicht verstehen kann - konnte ich damals, als ich noch gearbeitet hab - auch nicht.

Mein Problem dabei ist, dass ich grade diese Ansprüche an mich stelle - ich sage mir: stell dich nicht so an - du hast keinen Job und die paar Termine - jetzt willst du noch mehr frei?

So mit dieser hochgezogenen Braue die sagt: spinnste jetzt völlig?

Es fällt mir grade sehr sehr schwer zu akzeptieren, dass die "psychische Arbeit" eben auch Arbeit ist - und nicht minder anstrengend - und das das nun mal grade mein Hauptjob ist.

Am letzten Freitag war am Anfang beim EMDR der Moment (wir beginnen immer in meinem "Turmzimmer", das sozusagen mein "sicherer" Ort ist, in dem auch keine Widersacher dürfen) - an dem ich mir nur wünschte hier jetzt einfach bleiben zu können, in diesem friedlichen Raum, mit der inneren Ruhe auch - einfach nur Ruhe.

Klar war da auch einfach ein bisschen Schiss vor dem Anderen. Aber ich bin einfach auch an einer Grenze angelangt.

Das war mir letzte Woche schon klar.

Nicht klar ist mir, wo ich nun sozusagen kürzertreten werde - denn dass ich das irgendwo muß ist deutlich.

Fakt ist: im Alltag kann ich nicht mehr sehr viel einsparen, das würde bedeuten, dass ich außer das allernötigste im Haushalt nicht mehr viel passieren wird und dass ich sehr viel deutlicher und bewusster wieder Auszeiten nehmen muss - also kein Fernseher oder Computer nach vier oder halb fünf und diese Zeit wieder mehr mit Entspannungsübungen und Musik füllen - mehr auf mich konzentrieren und die Welt aussperren.

Eigentlich ist auch klar, dass genau das passieren muss - nur hader ich noch.

In der Therapie zurückschrauben läßt sich einfach auch nicht so recht verwirklichen, denn die Themen sind ja nun mal einfach da - und dass die grad auf Hochtouren in mir wirken ist normal - das ist eine unumgehbare Konsequenz der Traumabearbeitung. Klar kann den Inhalt der Datei da "schieben" - und das werde ich auch - die Teile die zum aktuellen Thema gehören werden mit aufgegriffen, der Rest kommt auf die Liste "muß ich beizeiten mal ran".

Aber wenn das klar ist - woran happert es dann?

Montag, 18. Januar 2010

Schwimmen V

Schwimmen war klasse - auch wenn das Sportbecken voll war und somit kein richtiges Schwimmen möglich. Ich hab in der Sole meine Übungen gemacht und dann bin ich im Wasser "Rad gefahren" - diesmal auch die volle Zeit (ca 45 Min) - und es war gut so.

Die Pool-Nudeln darf ich nicht mehr dortlassen, dafür darf ich sie mir dort ausleihen - passt mir ehrlichgesagt eh besser - muss ich sie wenigstens nicht in die Umkleide schleppen und dann noch vollgepackt nach vorne.

Ansonsten sind die Gebetskreis-Mappen fast fertig (hab leider erst bei der vorletzten gesehen, dass beim Inhaltsverzeichnis alle Lieder mit M fehlen - die muß ich noch nachtragen und das nochmal ausdrucken).

Jetzt noch was essen und dann ab ins Bett - gestern war es wieder so spät (nach eins) - irgendwie klappt das mit dem Einschlafen zur Zeit nicht so dolle - morgen ist dann Tischlerei und danach Thera, diesmal geht es um den ersten Teil der Datei - da fürcht ich mich etwas vor.

Fallangst neuer Stand

Knie ist in Ordnung (schon Ende letzter Woche), in der Wohnung lauf ich barfuß oder in Socken rum, denn Hausschuhe und ABS-Socken sind mir zu "rutschig" (ob das nun Einbildung ist oder tatsächlich so auf Laminat - keine Ahnung) - aber so geht es in der Wohnung mittlerweile wieder ganz gut - auch ohne Angst (ausschlaggebend war übrigens ein nächtliches Verdrehen, das mich zwar aufschrecken ließ, aber auch deutlich machte: Knie ist wieder ok - denn außer einem kurzen Verhaken war nichts).

Draußen sieht das ganz anders aus - auf festgetretenem oder festen Boden geht es - mit Spikes - aber immerhin. Wir haben hier leider auch ein paar Meter mit viel Schnee - so diesem in sich nicht Halt gebenden und weichem Schnee, der noch kein Matsch ist, aber die Füße wegrutschen lässt (eben weil der Schnee nachgibt) - das ist große Katastrophe - mit Schuh- und Krückenspikes und sehr sehr sehr viel Angst.

Ohne Spikes geht draußen gar nichts und auch ein großes Problem sind die Böden in Läden - denn die sind naß und für Spikes nicht geeignet - ganz und gar nicht lustig kann ich da nur sagen.

Wenn ich nach Hause komme ist es immer noch so, dass ich vor der Tür die Schuhe (mittlerweile samt Spikes, weil ich mir gar nicht mehr die Mühe mache die von den Schuhen abzumachen) ausziehe und dann drinnen auf eine Zeitung stelle - und dann mit kalten Füßen in die Wohnung zu laufen (wie gesagt - mit Socken rutscht man auf Nässe nicht so schnell).

Ich fürchte diese Angst wird mich auch noch eine Weile begleiten und im Moment hab ich auch keine Kapazitäten frei um daran zu arbeiten (und würde dann wohl eher mit den Hausschuhen anfangen - wobei die rutschen wirklich - sind so Hüttenschuhe ohne Ledersohle, sondern ABS-Socken-Stil, gab es kürzlich bei L.dl - mal sehen ob ich so Ledersohlen irgendwo bekomme um sie drannähen zu können).

Draußen hab ich bis Freitag immer noch das Knie zusätzlich bandagiert - das gab mir ein ganzes Stück Sicherheit, heute werde ich den ersten Versuch wagen, das ohne zu machen (und streite noch mit mir ob ich die Bandagen sicherheitshalber mitnehmen soll).

Die Wut nimmt zu - auf mich, auf die Angst, dass sie mich so im Griff hat und seit das Knie wieder ganz das alte ist - wird das noch mehr.

Dieses Wissen, dass ich da in einem alten Film ist, dass die Angst nichts mit der Realität zu tun hat, dass ich da völlig überzogen reagiere - und gleichzeitig zu merken, dass ich das schon weiß, mir das voll bewusst ist - und ich es dennoch nicht geregelt bekomme.

Dieses Gefühl, dass da irgendetwas von einem Besitz ergriffen hat und man hat keine Chance dagegen - außer dass man ununterbrochen ankämpft - jede Minute, jede Sekunde - damit es nicht noch mehr Macht gewinnt.

Dabei übersehe ich das Erreichte - es ist jetzt gut eine Woche her und ich überlege nicht mehr deshalb zu Hause zu bleiben, sondern gehe raus, kann mich in der Wohnung (mit kleinen Einschränkungen wie eben keine Hausschuhe oder Schuhe) gut bewegen, hab da auch keine Angst mehr - das war vor ein paar Tagen noch anders, da war jeder einzelne Schritt mit Angst gekoppelt), daß ich es geschafft habe mich davon nicht in der Wohnung einsperren zu lassen, sondern den Ängsten trotzen konnte und eben meine Termine wahrgenommen hab.

Ich war auch einkaufen - trotz der nassen Eingangsbereiche usw.

Doch all das ist nichts wert - weil ich wieder mal zu ungeduldig bin und wohl lieber über mich selbst ärger. Grummel.

Dabei ist Fakt: es wird besser, ich hab alle Vorgaben und Vorhaben erreicht (zumindest die realistisch gesteckten Ziele) - hab mir 2 Wochen gegeben, die noch nicht um sind - um in etwa das zu erreichen, was ich aktuell geschafft hab (naja - ich geb zu - es ist noch eher wackelig geschafft, aber ich hab ja noch ein paar Tage um das zu festigen).

Mittwoch wird es den nächsten großen Schritt geben: Phyiso: ob ich mich auf die Weichbodenmatte oder gar das Trampolin traue - im Moment dreht sich mir allein beim Gedanken der Magen um und ich hab Mühe zu atmen. Anvisiert war es noch nichtmal für diesen Mittwoch, sondern für nächsten - doch wir hätten diesen Mittwoch die Möglichkeit (und es ist unklar ob die Woche drauf auch diese Möglichkeit besteht).

Aktuell sollte ich wohl an der Wut arbeiten, denn die ist nicht grad hilfreich.

Die Angst ist da, sei begleitet mich nun schon mein Leben lang, die Fallangst auch schon gut 10 Jahre (mal überlegen - sind sogar 12 oder 13 jetzt). Unzählige Male musste ich wegen Verletzungen von vorne anfangen - dabei wurde immer deutlicher wie ich dabei vorgehen sollte um möglichst schnellen aber eben auch stabilen Erfolg zu haben.

Heute arbeite ich da viel verbissener dran als früher - einfach weil ich mehr Kraft habe und nicht sowieso in einer Situation war, wo die Angst und die Verzweiflung Überhand nahmen und es nur noch ums blanke Überleben ging - da ist so eine popelige zusätzliche Panik oder Angst nämlich echt unwichtig.

Aber ich habe heute auch viel weniger Geduld mit mir - vielleicht weil es mich einfach auch mehr einschränkt. Wenn man eh nur wie gelähmt in der Ecke sitzt und man sich versteckt und verkriecht - hat Rausgehen und etwas unternehmen oder gar sich etwas Gutes zu tun natürlich keine Priorität - ist noch nicht mal verlockend.

Von daher sollte ich mich freuen, zeigt es doch, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Freitag, 15. Januar 2010

Geister und Dämonen

Was sind es denn für Geister und Dämonen, die aktuell in mir rumspuken.

Zum einen geht es natürlich um die Missbrauch-Situationen - grade die, die wir aktuell auch aufgreifen. Ich kann sie immer wieder spüren - so als würde sie in diesem Moment passieren. Mittlerweile nicht mehr so geprägt von Schmerz, aber dennoch deutlich und klar.

Es geht aber auch um die Fassungslosigkeit, dass der Vaters, der meine einzige Bezugsperson war - eben auch eine andere Seite hatte.

Zwar weiß ich den Missbrauch schon lange, dennoch war es nicht mit Gewalt und Rohheit gekoppelt. Und es ging immer nur bis zu einem bestimmten Punkt.

Doch plötzlich ist es eine Situation, in der er durchaus Gewalt an wand und Schmerz zufügte. Es ist etwas zerbrochen in mir. Und ich muß das Bild das ich von ihm hatte, revidieren.

Nur wenn er auch noch wegfällt - dann hatte ich niemanden mehr - und ich kriege die schönen Momente mit ihm nicht mit den anderen unter einem Hut.

Dann ist da meine werte Mutter, mit der mich nichts positives verbindet, die so gefangen in ihrer eigenen Welt war, dass sie niemand anderen sehen konnte.

Es tut einfach nur sehr weh.

Dann sind da die Stimmen: du taugst nichts, bist nichts wert, hast es so gewollt, weißt ja was zu tun ist, hast ja gefragt, usw. usw.

Und die Zweifel: das bildest du dir alles nur ein, das hätte doch jemand merken müssen (was wieder so manche - erfolgreiche - Vertuschungsaktion der Mutter in Erinnerung bringt), du warst ja ständig in der Klinik, die hätten doch was merken müssen usw. usw.

Es gibt die Begründungen und Erklärungen warum es eben niemand merken konnte, dass die Eltern da Hand in Hand gearbeitet haben und meine Mutter auch einer Kinderklinik, die sie nicht kannte, erklären konnte, warum die 10-jährige Pflegeschwester mit massiven Untergewicht keinesfalls essgestört sei, sondern wegen einer Salmonellenvergiftung so viel abgenommen hatte oder in der Schule erklärte, dass sie sich mit dem Verweigern vom Essen nur wichtig machen wollte - und zwar jedesmal erneut erfolgreich.

Es "reicht" nicht mal, dass der Vater es ja nie bestritten hat, zugab, dass da "was" passiert ist. Denn dieses "was" kann alles bedeuten - und nichts.

Ich kann meinen Gefühlen nicht trauen, der Körper verrät mich, denn er empfindet Dinge, die aktuell definitiv nicht stattfinden, wie kann ich erkennen, was von den Gedanken nun wirklich ist - und was die Dämonen von früher sind, das was mir eingetrichtert wurde?

Was macht man mit einer Vergangenheit vor der man eigentlich nur weglaufen möchte - und doch weiß, dass es nicht geht, weil sie einen immer und immer wieder einholt - oft genug in solch massiven Ausmaß, dass man Schwierigkeiten hat die Vergangenheit vom heute zu unterscheiden.

Was macht man damit, dass man sich selbst in den Staub treten will, weil man es nicht anders kennt - man Jahrzehnte in den Staub getreten wurde?

Wie soll man Vertrauen lernen, wenn man sich selbst nicht trauen kann und sich selbst so sehr hasst, dass man nicht verstehen kann, dass irgendjemand mit einem zu tun haben will - wie soll man vertrauen, dass mal jemand etwas ohne Hintergedanken macht?

Was macht man mit der Trauer, mit der Scham, der Hilflosigkeit und Ohnmacht, man eigentlich wütend sein will, aber alles was bei raus kommt ein wütend auf sich selbst sein ist? Und nicht zuletzt mit den Schuldgefühlen und der Schuld - wo auch immer sie hingehören mag?

Unzählige Male haben Menschen, die eigentlich Halt geben sollten, bewiesen, dass ich nichts wert bin, dass man mich benutzen kann wie man grad lustig ist und dass ich höchstens als Werkzeug zur Befriedigung perfider Gelüste zu dienen habe. Deren Stimmen sind die Geister und Dämonen.

Es ist verdammt hart denen etwas entgegenzusetzen, sie haben 35 Jahre Erfahrungswerte auf die sie zurückgreifen können, unzählige Beispiele und Verzerrungen, während ich erst seit einem Jahr versuche mich da gegen zu wehren und wenigstens mal zuzulassen, dass es die - wenn auch klitzekleine - Möglichkeit eben könnte, dass die vielleicht doch nicht recht haben könnten. Es ist unglaublich schwer, alte - eingeschworene - Verhaltens- und Denkmuster zu erkennen, aufzubrechen, zu überprüfen und dann aufzugeben.

Aber hey: niemand hat gesagt, dass das Leben einfach ist - und immerhin hab ich die Möglichkeit daran zu arbeiten.

egoistisch und ignorant

... bin ich zur Zeit.

Natürlich hab ich vom Erdbeben in Haiti gehört - und mich geweigert mich da weiter zu informieren, keine Nachrichten sehen oder hören und wenn irgendwas diesbezüglich kommt - schalte ich aus/um/ab.

Mir tun die Leute dort auch leid, doch im Moment hab ich genug mit mir und meinen inneren Dämonen zu tun.

Ich weiß, dass es meiner Freundin aktuell nicht gut geht und es tut mir sehr leid, aber ich schaffe es im Moment einfach nicht für sie da zu sein. Vor allem weil ihr ein "mal nur kurz fünf Minuten" nicht hilft. Ich denke viel an sie, bete für sie, aber mehr geht grade nicht.

Auch einer anderen Freundin geht es aktuell nicht grade prickelnd. Da kann ich noch nicht mal helfen - denn sie ist eher eine, die nicht erzählen will (kann ich sehr gut verstehen, geht mir ja auch so).

Viele Jahre bin ich immer nur gesprungen, wenn jemand Hilfe brauchte oder nur ein Ohr - ich war da - egal ob es drei Uhr nachts war oder ob ich anderes zu tun hatte - ich war der typische "Ja"-Sager - der auch ständig ausgenutzt wurde, auf den sich die Leute aber auch verließen.

War auch kein Problem, der Gedanke, dass ich auch Grenzen haben könnte, den gab es nicht - und wenn doch war klar, dass meine Grenzen eh uninteressant und unwichtig sind.

Heute gelingt es mir da schon sehr gut "nein" zu sagen und eben meine Grenzen zu wahren. Natürlich wäge ich dennoch ab - so springe ich als Babysitter ein, wenn die Mutter nur über die Toilette hängt - auch wenn ich grad nicht die Energie und die Kraft für ein Kleinkind über habe - während ich ihr abgesagt hätte, wenn sie schnell zum einkaufen gemusst hätte (und ich weiß wie froh man auch da über einen Babysitter sein kann).

Zur Zeit muß ich häufiger "nein" sagen - was mir vor allem für meine Freundin leid tut. Sie weiß, dass ich Zeit für mich brauche und mich eben zurückziehe, wenn alles zu viel wird - und dass ich da schon auf mich aufpasse - auch um dann für sie wieder mit neuer Energie da sein zu können. Aber ich weiß auch, dass sie die Schuld bei sich suchen wir. Egal wir oft wir das "durchkauen" und ich ihr sage, dass es mit ihr nichts zu tun hat.

Da ist es manchmal dann hart für mich zu sagen: das ist dein Bier, da mußt du für dich dran arbeiten, ich kann dir nur sagen, wie es für mich ist und dazu stehe ich, genauso wie es auch hart ist da mir zu sagen, dass sie damit selbst klar kommen muss, dass ich im Moment die Prioritäten anders setzen muss und eben auf mich schauen - und mich nicht von ihren Schuldgefühlen selbst in welche treiben zu lassen.

So geht es auch mit Haiti - wenn man von der Betroffenheit liest - und selbst eigentlich keine Ahnung hat (außer dass es da ein Erdbeben mit vielen Toten gab) - da komm ich mir dann so egoistisch und ignorant vor.

Dabei weiß ich, dass es mir nicht gut täte, dass es mich zu sehr trifft, berührt und mich zusätzlich runterzieht. Und dass es Futter für die Widersacher wäre im Sinne von "anderen geht's viel schlechter" - das gleich in ein "stell dich nicht so an" umgewandelt wird.

Genauso wie ich weiß, dass es auch eine Art Flucht wäre - sind in Probleme anderer zu flüchten, damit man sich mit den eigenen nicht auseinandersetzen muss.

Und trotzdem - wünschte ich, dass ich beides könnte, für andere da sein und gleichzeitig eben auch für mich da sein.

Im Moment geht das nicht - und ich habe mich für mich entschieden. Nicht nur als momentane Auszeit oder für ein paar Stunden, sondern eben über Tage.

Die Traumatherapie ist anstrengend und zur Zeit haben die Geister und inneren Dämonen offensichtlich eine Menge zu sagen.

Das ganze löst natürlich jede Menge Gefühle aus, Gefühle die mich zwar im Alltag nicht fluten, aber den Alltag doch deutlich anstrengender und mühsamer machen.

Es ist mein Job mich darum zu kümmern, dass ich da weiterkomme, damit ich irgendwann eben nicht mehr von der Vergangenheit fremdbestimmt werde, vielleicht wieder arbeiten kann, vielleicht eine Beziehung eingehen kann.

Doch im Moment würde ich gern vor mir fliehen und mich nur zu gern auf die Probleme anderer stürzen - grad deshalb fällt es schwer aus dem Vorwurf rauszukommen, nur egoistisch und ignorant zu sein.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Liebes Knie,

kannst du mir mal bitte erklären, warum du zur Zeit weh tust? Und vor allem so von jetzt auf gleich (ok innerhalb der letzten Stunde) wieder dick anschwillst? Bewegen lässt du dich ganz normal (bis auf das Druckgefühl ob der Schwellung), der Schmerz hält sich auch in Grenzen (eine 2-3 auf der Skala?), aber ist wieder ständig da.

Ich bin heut sicher auf viel unebenen Boden gelaufen - aber so im Gesamten doch eher wenig (und du warst da auch brav bandagiert und damit gestützt), angefangen hat es zwar mit dem Probelaufen der neuen Winterschuhe - aber das kann es auch nicht sein (und vielleicht hat es auch später angefangen - keine Ahnung, da standen andere Schmerzen im Vordergrund).

Erst dachte ich ja wieder die Psyche spielt verrückt und es war zu viel mit dem Angsttraining und deshalb tut es etwas weh - aber da du jetzt auch noch den Umfang vergrößerst, bin ich wieder unsicher.

Es ist sicher nicht schlimmes - das ist nicht meine Angst - aber ich würde es schon zu gerne verstehen und es verunsichert mich dann doch wieder.

Es sind die alten Ängste: dass ich da in einem dissoziativen Zustand bin und die Körperwahrnehmung wieder völlig verdreht ist oder dass ich das ganze bagatellisiere (wie halt früher auch alles was mit dem Körper zu tun hat), aber auch die Angst auszurutschen, zu fallen wird damit immer wieder deutlicher.

Vom Kopf her weiß ich, dass das alles grade nicht das Thema ist - nur was ist das Thema?

Ich weiß dass ich früher nicht grade nett war und selbst schwere Verletzungen runtergespielt und nicht wahrgenommen habe, unzählige Mal ein "warum sind sie bloß nicht früher gekommen" gehört hab - das ist ja auch der Grund für die Vereinbarung im Zweifelsfalle den Arzt aufzusuchen. Und mir ist auch klar, dass ich das diesmal nicht gemacht hab (und ich bin mir immer noch sicher, dass es nur eine leichte Zerrung ist und daher der auch nichts anderes machen kann als eben bei Bedarf schonen), doch ich bemühe mich dir Rechnung zu tragen, dich zu stabilisieren und keiner weiteren Verdrehung auszusetzen.

Mehr kann ich da im Moment nicht tun, mehr bin ich grade auch nicht bereit zu tun. Ich hab mit der Angst schon mehr als genug zu tun. Dir ist - Gott sei Dank - nicht viel passiert. Du bist sicher allgemein in desolatem Zustand - doch auch da tue ich mein Möglichstes (und hab ja auch schon einiges erreicht wie du zugeben musst).

Sei also so lieb und krieg dich wieder ein - ich verspreche auch in nächster Zeit noch ein bisschen mehr darauf zu achten, dich nicht zu überfordern.

lieben Gruß

Mittwoch, 13. Januar 2010

Phyiso

Heute ja mit angezogener Handbremse - nicht weil das Knie so weh tut, sondern weil mich nach wie vor die Angst im Griff hat. Daher war das linke Bein mehr oder weniger tabu - er durfte ein bisschen am Knie rumdrücken (aua) und ich machte auch beim Krafttraining mit - also solange da nichts kippelig war und nicht um Stabilität ging.

Für nächste Woche haben wir einen anderen Termin ausgemacht - da soll der Raum mit der Weichbodenmatte und dem Riesentrampolin frei sein - ob ich bis dahin schon für so was bereit bin bezweifel ich zwar, aber so sehen wir wenigstens ob der Raum da wirklich frei ist.

Hin bin ich sogar ohne bandagiertem Knie (immerhin insgesamt etwa 50 Meter auf Schnee und glattem Boden!), danach war es dann aber doch wieder nötig - zum einen tat das Knie ein ganz klein wenig weg (wirklich nur wenig) - zum anderen war da schon so viel Angst da, dass ich es ohne nicht geschafft hätte (und außerdem war geplant, dass wir in der Wohnung den Boden machen, und dafür war mir dann zusätzliche Stabilisierung doch lieber)

Für den Physiotherapeuten ist das alles glaub ich schwieriger - denn einerseits sag ich, dass das alles nicht wegen Schmerzen so ist, sondern wegen Angst - und kann ihm das aber auch nicht recht erklären.

Die Angst hat mich da einfach voll im Griff, das weiß ich - auch in dem Moment, mir ist das bewusst - und doch krieg ich das nicht geändert.

Das ist auch das was mich so wütend macht - denn es ist nicht nett, wenn einem bewusst ist, dass man da grad nicht ganz so viel mit der Realität zu tun hat und es trotzdem nicht geändert bekommen - das hinterlässt ein Gefühl von "fremdbestimmt".

Und dieses Gefühl ist äußerst unangenehm. Zumal "fremdbestimmt" in meiner Vergangenheit ja sehr viel war - die ganze Missbrauchsthemen gehören da rein, aber auch alles was mit meiner Mutter zu tun hat.

Daher reagier ich da auch so überempfindlich drauf.

Das weiß ich alles und trotzdem: in dem Moment bin ich dann einfach nur sauer, dass ich da nicht so funktioniere wie ich gern hätte und dass es mich immer noch so mitnimmt, ich dem alten Mist (und indirekt auch meinen Eltern) - da immer noch so mich Macht über mich einräume (das es weniger ein einräumen ist als viel mehr ein "die nehmen sich das halt" - ist ein Unterschied, der mir in dem Moment echt egal ist).

Dienstag, 12. Januar 2010

Fallangst aktuell

Knie ist deutlich besser, nur noch minimaler Schmerz, kann es auch wieder voll bewegen. Es ist noch ein ganz klein wenig geschwollen - und nach innen oder außen drehen (also gerades Bein und dann eben Unterschenkel nach innen oder außen biegen zum schauen ob die Bänder weh tun) - geht: gar nicht!

Aber mehr wegen der Angst. Auch Rausgehen geht aktuell nur noch mit zusätzlichem Stabilisieren (in der Regel bandagieren) - einfach Panik dass ich bei der Schneelage im Fußgelenk kippe - und sich das natürlich auch aufs Knie auswirkt oder so. Denn so richtig stabil ist das Knie noch nicht (und das ist nicht nur die Angst).

Morgen ist Physio und da wird da Knie oder überhaupt das li Bein tabu sein - denn auch die ganzen Übungen zum Stabilisieren der Fuß- und Kniegelenke gehen - angstmäßig - noch nicht.

Ob ich ihn das Knie selbst bearbeiten lasse muss ich morgen entscheiden (je nach Angstlevel)

Was die Angst angeht mach ich aktuell nichts zusätzlich - ich achte darauf, dass ich nicht deshalb zusätzlich was vermeide - also Termine wahrnehme, da auch rausgehe und draußen auf das Auto warte - Bus geht im Winter sowieso nicht (zur Zeit ja auch ohne Winter nicht). Oder eben beim Einkaufen nicht mich vor der Tür rauslassen und dann Parkplatzsuchen lassen, sondern eben dann vom Parkplatz zum Laden laufen usw. Außerdem auch die Krücken nur mehr da wo ich sie sonst eben auch brauche (Treppen und Co) - das muß ich mir eh nie vornehmen, ich nehm die Teile eher zu wenig als zu viel - ich mag die nämlich nicht.

Als Sicherheitsmaßnahme sind wie immer die Schuhspikes und auch die Spikes für die Krücken. Zusätzlich wird erstmal noch das Knie bandagiert wenn ich draußen unterwegs bin - einfach weil die Schneemengen hier kein "gerades" Laufen möglich machen, da kippelt man immer rum und das tun zum einen tatsächlich noch weh (wenn auch minimal) - brauch ich aber vor allem auch als Sicherheitsmaßnahme gegen die Angst. Ebenfalls zusätzlich ist ein sofortiges Ausziehen der Schuhe bei der Haustür und lieber mit Socken rumlaufen (nicht so gut, weil sich über die kalten Füße die Harnwegsinfekte freuen, aber besser ist jetzt halt so) - denn Wasser oder nasse Schuhe und Laminat haben den ganzen Mist diesmal ausgelöst.

Das ist auch der Grund warum da morgen der Physiotherapeut nicht viel mit machen darf - im Moment ist jeder Schmerz ein Problem, da er die Panik reaktiviert - wenn ich erstmal die Angst wieder einigermaßen im Griff habe, kann ich da auch wieder genauer schauen wo ist wirklich die Grenze des Knies.

Ich glaub das ist auch die große Verzweiflung die da immer ist - wenn was mit dem Knie passiert - weil ich - unabhängig von den Folgen im Knie - weiß, dass es mich eine sehr lange Zeit mit viel Angst und so mancher Panikattacke kostet.

Und Angsttraining ist einfach nur sehr mühsam und anstrengend.

Es wird - ich hoffe in 2 Wochen so weit zu sein, dass ich die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen weglassen kann. Bis auf die Schuhe - ich fürchte das wird dauern.

Erstmal muß das "normale" Rausgehen wieder einigermaßen laufen, dann kann ich auch wieder konkreter dran arbeiten - im Moment bin ich vollauf damit beschäftigt, nicht irgendwelchem weiterem Vermeidungsverhalten nachzugeben und die Angst wenigstens unter einem bestimmten Level zu halten - das ist schwer genug zur Zeit.

(Und nein dem Vorschlag doch lieber einen Schritt zurück und der Angst ein bisschen nachzugeben und dafür nicht ständig in Angstzuständen zu sein finde ich nicht gut - das würde es erstmal verschlimmern und so wie ich es aktuell handhabe geht es - es ist heftig und anstrengend und sicher an der Grenze des Möglichen und Sinnvollen - aber eben an der Grenze und noch nicht drüber - auch wenn der Vorschlag durchaus berechtigt ist und auch Sinn macht - ich glaub ich bin da auch grad zu wütend drüber, dass mich die Angst da doch noch so im Griff hat um ihr auch nur einen Millimeter mehr als nötig nachzugeben - bin halt ein Tiroler Sturkopp)