Freitag, 11. Dezember 2009

gut

Nachdem die letzte Woche doch wieder eine Herausforderung war, habe ich heute wieder das Gefühl dass es mir gut geht. Die Therapie war anstrengend und auch verwirrend, war aber auch das Einschlagen eines neuen Weges - und das fühlt sich gut und richtig an.

Das mit der Betreuung wird auch etwas klarer - zumindest prüft aktuell eine Juristin vom Landkreis die Lage (immerhin - bisher ist das immer erst nach Ablehnung passiert - deshalb kam ja dann immer nach 2 Monaten doch ein Einlenken). Diesmal scheint die Sachbearbeiterin auch bemüht. Und für den Fall das es nicht rechtzeitig klappt - sieht es im Moment auch so aus, als würden wir die Wohnung so hinkriegen, dass ich das für ein paar Wochen alleine schaffen kann.

Finanziell hab ich erstmal den Januar absichern können - damit muss der österr. Rententräger "erst" bis zum 8. Januar etwa entscheiden (kann sein dass dieser Stichtag auch erst ein paar Tage später ist). Außerdem ist zumindest die Miete für Februar auch gesichert. Das verschafft mir ein klein wenig Luft.

Die Zuzahlung für die Krankenkasse für 2010 ist auch bezahlt und die Befreiung gestern hier eingetrudelt.

Das was die letzten Wochen dann an Erinnerungen hochgekommen ist, ist mittlerweile auch so weit "verpackt", dass es nicht mehr ständig Intrusionen auslöst.

Der Tag ist nicht mehr ein einziger Kampf, sondern eine spannende - und schaffbare - Herausforderung.

Und der Katze scheint es auch wieder besser zu gehen (dazu schreib ich noch was extra).

Ich kann wieder sagen: es geht mir gut. Und das freut mich sehr.

Mitbwohner

Neben mir wohnen hier ja noch zwei Katzen. T. - eine grau getigerte Katze, die Asthma hat und N. - eine schwarzweiße Dame. Beide haben so ihre Eigenheiten.

T. ist mittlerweile 9 Jahre alt und bei mir seit sie wenige Wochen alt war - sie war ein Notfall und es ging ihr damals sehr schlecht - eigentlich hatte sie ständig nur Panik und hat Mensch und Tier als "böse" erfahren. Es dauerte sehr lange bis sie mal rauskam wenn ich zu Hause war und noch länger bis ich sie mal anfassen durfte. Heute ist sie eine Schmusekatze hoch drei. Vor 4 Jahren wurde bei ihr allerg. Asthma festgestellt - sie muss morgens und abends inhalieren - damit geht es ihr in der Regel sehr gut.

N. ist 5 Jahre (wie die Zeit vergeht - für mich ist sie immer noch die "kleine") - sie ist die erste Katze die nicht als Notfall zu mir kam. Mir war wichtig, mal eine gut sozialisierte Katze dazuzunehmen - vor allem, da T. große Probleme mit anderen Katzen hat (gleichzeitig richtig deprimiert war, als sie alleine bei mir war). N. hat T. ganz viel beigebracht - von ihr lernte T. "normales" Katzenverhalten - und auch wenn sich die beiden nicht grade lieben, haben sie sich arrangiert (und wehe eine ist zu lange unterwegs).

Beide können raus - allerdings nur wenn ich zu Hause bin und nur bis zum Nachmittag - abends und nachts bleiben sie drin.

Im Frühsommer wurde N. sehr schwer verletzt - ich wusste 10 Tage nicht ob sie es schaffen wird. Es hat zwar Monate gedauert, aber sie hat sich davon wieder vollständig erholt. Nur vorsichtiger ist sie geblieben und manchmal scheint sie mir draußen auch ängstlicher. Außerdem ist sie ein klein wenig anhänglicher seit damals. Vor allem bin ich aber froh, dass es ihr wieder gut geht.

T.'s Asthma war seit dem wir inhalieren im Griff, da sie auf alles mögliche allergisch ist gibt's hier nur spezielles Futter und auch spezielles Streu. Das und die Medikamente haben natürlich ihren Preis - von daher geht für die Katzen hier mind. genausoviel Geld drauf wie für meinen Bedarf (nur Futter, Streu, Leckerlies und Medikamente) - Tierarztrechnungen sind natürlich extra.

Gott sei Dank habe ich eine klasse Tierärztin, die mir da auch entgegenkommt und gut mit mir zusammenarbeitet - für N.'s Behandlung zahle ich immer noch ab.

Ich mag die beiden - und möchte sie nicht mehr missen - sie sind für mich etwas besonderes.

Kontakt

Zu meinen Eltern habe ich seit ca 4 Jahren keinen Kontakt mehr - ich hab ihn damals abgebrochen. Nach einem Rundumschlag und dem Informieren der Schwägerin, da meine Nichte "ins gefährliche Alter" kam und viel Zeit bei meinen Eltern verbrachte.

Bei meinem Vater in der Form, dass ich erst wieder Kontakt möchte, wenn er bereit ist über das was passiert ist mit mir zu sprechen - dabei geht es mir nicht um eine Anzeige oder sonstiges - aber dass wir darüber reden und er sich mir da auch stellt. Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört.

Bei meiner Mutter habe ich das Angebot der "Klärung" nicht gemacht - denn bei ihr ist das nicht möglich - sie lebt in ihrer eigenen Welt - und ich denke sie ist wirklich überzeugt davon, dass ich ja so behütet und geliebt aufgewachsen bin. Ich habe ihr damals einen Brief geschrieben und sie mit dem konfrontiert, was mich so verletzt hat.

Als ich den Kontakt abbrach, war mir klar, dass ich damit auch den Kontakt zu einem Teil meiner Geschwister abbreche. Ein Bruder (der Vater der Nichte) - mit dem ich am meisten Kontakt hatte - brach diesen nach dem Kontaktabbruch mit der Mutter ab - das war mir aber auch klar, vielleicht hab ich deshalb bei meiner Mutter da länger gebraucht bis ich sie damit konfrontiert habe. Ein weiterer Bruder war dann einfach nicht mehr erreichbar, rief auch nicht zurück - er hatte mir vorher mal gesagt, dass er den Kontakt zum Vater nicht abbrechen will und ich hatte immer das Gefühl dass es ihm unangenehm war, dass ich den Missbrauch offen ansprach.

Die großen Schwestern - da war schon vorher nicht mehr viel Kontakt da - obwohl als Kind und Jugendliche der Kontakt da noch recht eng war.

Der "Kleine" war klar - er war noch zu jung und lebte noch zu Hause - ihn vermisse ich am meisten und auch er war ein Grund (sogar der Hauptgrund) - warum ich die Konfrontation erst so spät gemacht habe.

Einen Bruder habe ich aber gewonnen - mit ihm hatte ich als Kind so gut wie nichts zu tun - er ist acht Jahre älter und wir hatten nicht wirklich Kontakt. Durch die Konfrontation (ich hatte damals auch die Geschwister informiert) ist da ein Kontakt entstanden - und das freut mich sehr.

Damit habe ich von den 10 Geschwistern (davon drei Pflegegeschwister) nur noch mit einem Kontakt.

Soviel zum "Äusseren".

In mir drin ist das leider nicht so einfach. Da ist ein Vater, der wie schon in meiner Kindheit zwischen tollem Vater und Monster wechselt. Mit ihm hatte ich auch sehr schöne Erfahrungen gemacht - aber eben auch Schlimme.

Und da ist auch eine Mutter in mir. Die ist leider ein sehr großes Problem. Die Therapeuten nannten das mal eine Gehirnwäsche. Und leider haben sie damit nicht unrecht. Sie hat sich in mir eingenistet - und hat mich da leider noch immer fest im Griff.

Ich kämpfe - und habe mittlerweile wenigstens auch entdeckt, dass es neben dieser Frau auch noch mich gibt - irgendwo da drinnen. Seitdem arbeite ich daran mich zu stärken und sie zu vertreiben. Und wißt ihr was: ich kann da ziemlich stur sein und werde erst aufhören, wenn sie fort ist.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Grund II

Heute hat der Betreuer hier Grund reingebracht - und deutlich mehr gemacht als ich gedacht hatte. Das schlechte Gewissen wurde dann gegen Abend auch von der Freude etwas nach hinten gedrängt.

Es war gut, dass wir das so gemacht haben. Es ist eine Erleichterung und wirklich eine Chance.

Danke! Vielen Dank!

***Erinnerungen***

Ich hatte ja das unglaubliche "Glück" nicht nur einen Vater zu haben, der übergriffig ist, nein dieser Vater wurde auch noch von meiner Mutter haushoch geschlagen wenn es darum ging, einem Kind zu schaden.

Meine Mutter ist krank - sie lebt in ihrer eigenen Welt. Dummerweise in einer Art und Weise, dass das andere Menschen nicht mitkriegen. Sie ist unglaublich geschickt darin zu manipulieren. Sie konnte - und kann - jemanden innerhalb von 2 Wochen klar machen, dass der Himmel grün und das Gras blau ist.

Leider gibt es dafür unzählige Beweise (auch bei Menschen, die davon wußten)

Alles was nicht in ihr Weltbild passte, wurde passend gemacht. Ob dabei die Wahrheit verdreht wurde - war egal.

Schon sehr früh lernten wir in drei Welten zu leben:

1. Die Welt innerhalb der Familie, mit alltäglichem Psychoterror, Angst und Missbrauch (v. a. auch emotionalen)
2. Die Welt der heilen Familie nach außen - das oberste Ziel meiner Mutter war das Bild der heilen Familie nach außen - wer sich nicht daran hielt, machte das nur einmal und dann nie wieder
3. Die Welt meiner Mutter, völlig unberechenbar und für sich selbst darauf aus, den Schein der "heilen Familie" zu erfüllen - da es keine "heile Familie" wie sie sich das vorstellte gibt, geschah das über absolute Kontrolle (was natürlich überfordernd ist - vor allem bei so vielen Kindern und deshalb mit unberechenbaren Ausbrüchen von ihrer Seite gekoppelt)

Als ich vier war, erweiterte sie ihr Repertoire - ich fing wieder an einzunässen und hatte häufig Blasenentzündungen (vermutlich ausgelöst vom Missbrauch) - und musste häufig ins Krankenhaus. Dort bekam sie sehr viel Aufmerksamkeit, als Mutter, mit so vielen Kindern (ich hab sehr viele Geschwister) und dann auch noch "geschlagen mit einem kranken Kind".

Diese Aufmerksamkeit wollte sie nicht wieder missen und deshalb "entwickelte" sie das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, das sie an mir auslebte.

Vom 4. bis zum 15. Lebensjahr war ich mindestens einmal die Woche (zeitweise sogar dreimal die Woche) im Krankenhaus, mindestens einmal im Jahr für ca 3 Wochen stationär - und zwar jedesmal in der Urologie.

Sie ist nie so weit gegangen, dass es wirklich gefährlich wurde. Das brauchte sie auch nicht - es reichte, dass es chron. war und sie ihre wöchentlichen Dosen bekam (wichtig war da vor allem die Aufmerksamkeit und das Mitleid/Mitgefühl von Nachbarn und Co). Und so sorgte sie dafür, dass ich krank wurde.

Sie ging damit hausieren, was vielleicht das Schlimmste dabei war. Denn es war mir unendlich peinlich, dass sie jedem erzählte, wie oft ich zur Toilette ging, wie mein Urin aussah oder dass ich eingenässt habe. Spätestens in der Schule ist das nämlich gar nicht mehr lustig.

Mit ihr und den Erinnerungen an das was ich mit ihr erlebte, hab ich bei weitem mehr Probleme, als bei meinem Vater. Das war irgendwie klar - ich hab gute und negative Erfahrungen, aber sie waren klar und strukturiert.

Bei meiner Mutter war es immer unberechenbar, war man den ganzen Tag brav (im Sinne der Mutter) war man dennoch nicht sicher, denn sie konnte etwas altes ausgraben. Den ganzen Tag war man am ausloten, welcher Stimmung sie ist - denn die konnte sich von jetzt auf gleich ändern.

Ich war den ganzen Tag auf der Hut und ich Hab-Acht-Stellung - um irgendwie zu überleben.

Das Schlimme daran ist - ich hatte nicht nur Geschwister, sondern auch Pflegeschwestern. Außerdem gab es unzählige Tageskinder bei uns. Wir waren die "Vorzeigefamilie" nach außen hin. Die Tageskinder waren denke ich "sicher" - das wäre auch "zu gefährlich" gewesen, die hätten ja zu Hause etwas erzählen können.

Der Altersunterschied zwischen ältestem Bruder und Jüngstem ist sehr groß (30 Jahre) - ich war auch lange Zeit ein "Nachzügler" - erst als ich 10 war, kamen kleinere Pflegeschwestern und als ich 15 war noch ein leiblicher Bruder (und eine weitere Pflegeschwester im Kleinkindalter) - so erlebte ich natürlich auch, das ältere Geschwister auszogen (alle bis auf einen ja so schnell es ging) - und wenn jemand auszog - musste jemand "neuer" nach - schon als Kinder nannten wir das "Frischfleisch" - auch wenn uns das damals nicht so klar war.

Es waren sehr viele Kinder, die von meinen Eltern kaputt gemacht worden sind.

Und das tut weh.

Geschriebenes

Die letzten Tage habe ich für mich einiges überlegt. Dazu gehört auch, dass ich einige alte Gedichte habe - die ich vor vielen, vielen Jahren geschrieben habe, teilweise noch welche aus der Jugendzeit.

Es sind nicht viele - der Großteil fiel einmal einer Zerstörungswut zum Opfer.

Ich schreibe ja auch schon sehr viele Jahre Tagebuch und überlege aktuell noch, ob ich die alten (also mind 3 Jahre alte) auch öffentlich zugänglich mache oder Teile daraus veröffentliche. Das Problem für mich dabei ist, dass die nie dazu gedacht waren, dass sie jemand liest - und daher vor Fehler strotzen - noch sehr viel mehr als die Beiträge hier.

Und ich möchte sie nicht "korrigieren" oder so.

Mal sehen. Erstmal gibt es eine neue Kategorie: Gedichte - in die Texte und Gedichte von früher kommen, vielleicht schreib ich dazu jeweils auch was aktuelles.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Grund

Morgen will der Betreuer hier in der Wohnung Grund reinkriegen. Wir haben uns - nach langem Wehren von meiner Seite - dazu entschieden, dass er das erstmal alleine macht und ich gehe und wir dann den Rest gemeinsam machen bzw. die restl. Zeit bis Ende Dez. nutzen um hier nochmal die Struktur zu überprüfen - also ob Schränke umgeräumt werden oder etwas umsortiert wird usw. Außerdem um dann auch die Ecken zu machen, die man sonst nicht macht - Schränke wegrücken usw.

Noch fühl ich mich damit nicht wohl - aber wenn ich davon ausgehe, dass ich dann ab Jänner alleine klar kommen muss, sehe ich darin die größte Chance, dass ich es dann auch wieder - zumindest einige Zeit - alleine hinbekomme.

Und gemeinsam mehrere Großräumaktionen würde ich weder körperlich noch psychisch grade schaffen.

Es ist eine Art Kompromiss für mich - sozusagen das "kleinere Übel". Das mag eigenartig klingen, viele würden sich freuen, wenn da mal jemand kommt und für einen räumt.

Für mich ist das eher ein Problem. Doch in Anbetracht der Umstände ist es sinnvoller daran zu arbeiten, dass ich das annehmen kann (nur psychisch ein Problem), als mit dem "gemeinsam machen" eine hoffnungslose körperliche und psychische Überforderung zu riskieren - denn dann kann ich das alleine definitiv nicht halten.

Das Annehmen können ist schwierig - es hat was damit zu tun, dass ich mir eingestehen muss, dass ich es eben grade nicht hinbekomme und das obwohl es ja etwas ist, was fast jeder hinkriegt. Es kommt das Gefühl des Versagens dann sehr in den Vordergrund - und natürlich auch die Scham - dass ich als erwachsene Frau, die keinem Beruf nachgeht und ja eigentlich genug Zeit hätte "das bisschen Haushalt" so gar nicht hinbekomme.

Da nützt es auch gar nichts wenn ich all die Gründe für weiß und ja auch die Bemühungen sehe. In dem Moment seh ich nur: ich hab es nicht hinbekommen.

Wenn dann wieder Grund drin ist - hoffe ich, dass ich es so lange halten kann, bis die Betreuung dann im neuen Jahr wieder anlaufen kann.

Es gibt im SGB einen Paragraphen, dem sich auch der Landkreis auf Dauer nicht entgegenstellen kann. Ich weiss das alles auch - und auch, dass keiner versteht, warum die sich querstellen und dass sie, wenn wir es drauf ankommen lassen, auch keine Chance hätten mir die Betreuung zu verweigern.

Fakt ist - sie machen es - wir legen Widerspruch ein und nach ein paar Wochen oder Monaten kommen sie an und bieten wieder ein halbes Jahr an, wenn wir den Widerspruch zurückziehen.

NICHT hilfreich finde ich die Aussagen des Koordinators wie "in 25 Jahren ist mir das noch nie untergekommen" oder ähnliches. Ich weiß, dass ich diesbezüglich ein ungewöhnlicher "Fall" bin, ich weiß auch, dass die alle sich bemühen, es wäre nur nett, wenn mal jemand dann einfach eingestehen würde, dass ich nicht überreagiere und nur pessimistisch bin, sondern es einfach schwierig und unverständlich ist - und einfach mal ernstgenommen wird, wenn ich eben nicht einfach davon ausgehe, dass das schon klappen wird (schlicht weil es noch nie einfach geklappt hat, von den 6 Malen in den letzten eineinhalb Jahren - nur was die Betreuung angeht - war es grade 1 Mal dass es recht problemlos geklappt hat - auch nur weil das bei dem Mal davor schon fest abgesprochen und zugesagt war und es ja nur um eine Erhöhung von 2 Stunden für den Zeitraum des Umzuges ging - die sie eben nicht generell bewilligen wollten).

Tut nicht immer so, als würde ich mir das nur einbilden oder hätte nur auf die "falschen" Leute gesetzt, weil die sich dann nicht ausreichend eingesetzt hätten - das ist nicht so - ich bin dankbar, dass sich meine Ärzte und Therapeuten da so reinhängen und viel Zeit und unzählige Schreiben, Telefonate und Treffen investieren. Genauso wie ich sehr froh bin, dass die Koordinatoren sich da bemühen. Und dass ich eine gesetzliche Betreuung für Behördensachen habe - weil ich das alles gar nicht schaffen würde.

Fakt ist: wir tun alles menschenmögliche und der Landkreis hängt sich an einer formalen Sache auf - die für mich leider nicht anders regelbar ist. Und das ist nicht nur dort so, sondern generell - und dafür gibt es unzählige Gutachten.

Und weil ich erstmal nur im Dezember noch die Betreuung habe (und die ja erst jetzt angefangen hat) muss ich die Prioritäten ändern: Wohnung steht im Vordergrund, bis Ende Dezember muss da wieder Struktur und Grund rein und möglichst auch eine sinnvolle Anpassung (ist ja immer noch so, wie ich es damals nach dem Umzug eingeräumt hat, manches davon ist eher - suboptimal - und könnte sinnvoller platziert werden) - damit es auch einfacher wird - das ganze zu halten.

Da muss ich Phyiso, Freizeitaktivitäten und Angsttraining einfach mal etwas schieben und vernachlässigen.

Und ich werde jetzt ins Bett gehen und mich bemühen, mich wegen dem Angebot des Betreuers morgen nicht noch mehr verrückt zu machen.

Hey - es ist ein Gottes Geschenk - ein ernstgemeintes Angebot, dass eine Chance bietet - und es kommt von Herzen - also darf ich das auch annehmen.

viereckige Augen

Ich lese sehr viel - jeden Abend in einem Buch, aber auch sonst recht viel.

In den letzten Tagen habe ich Informationen zu best. Themen zusammengesucht, viel gelesen und heute noch eine ganze Menge ausgedruckt - ca 800 Seiten (Schriftgröße 10).

Die muss ich noch durchgehen und schauen was ich davon nutzen kann.

Das ist jetzt nicht so neu für mich - schwierig finde ich dann eher das "Ausmisten" und eben entscheiden was wird verarbeitet und was eben nicht.

Meistens geht das auch nicht zu lange - einige Zeit kann ich mich drauf konzentrieren und da macht es dann auch Spass und dann ist es wieder mal sehr schwierig, weil ich das was ich lese nicht aufnehmen kann. Es kommt einfach nicht an.

Aktuell geht es mehr darum, die ganzen Sachen themenmässig zu sortieren - es hat zwar alles irgendwie miteinander zu tun, sind aber schon eben eigenständige Themen.

Wenn ich dran denke, dass ich es in der Schule geliebt habe Referate zusammenzustellen (auch einstündige), teilweise für andere Referate gemacht hab - ist das für mich heute kaum vorstellbar.

Gehalten hab ich sie nie gerne, aber ich war wohl tatsächlich eine der Wenigen, die im Referat tatsächlich nur 10 Prozent des Wissens zu dem Thema verarbeitet haben.

Wenn ich mich mit einem Thema beschäftigte, wollte ich alles wissen - vor ein paar Jahren war klar, meine Katze braucht Kortison - da reichte es nicht zu wissen, wieviel, was für Nebenwirkungen, was für Alternativen usw - nein auch wie der Körper eigenes Cortisol bildet und eben alles was es darum und dazu zu wissen gibt.

Damals wusste ich das auch alles, heute weiß ich die grundlegenden Sachen davon noch, doch den Rest muss ich wieder nachlesen. Es ist heute nicht mehr so wichtig - der Katze geht es mit der Behandlung gut und anderen, die da Hilfe suchen, reicht das Grundlegende.

So war das immer - ich wollte immer alles im Detail wissen - nur damals merkte ich mir das auch länger als ein paar Monate oder Wochen.

Aktuell beschäftige ich mich wieder mit einem Themenkomplex - und zwar mit einem, mit dem ich mich schon vor vielen Jahren mal beschäftigt habe. Gedacht war eher ein "Auffrischen".

Doch dann stellte ich fest, dass ich zwar wieder das Grundlegende weiß, aber mehr auch nicht. Und durch das alles wissen wollen verzettel ich mich hoffnungslos.

Das Lesen von themenbezogenen Artikeln ist deutlich anstrengender als die doppelte Menge eines Romanes - vor allem die Aufnahmefähigkeit ist deutlich niedriger.

Nach ein paar Tagen bin ich da jetzt irgendwie "dicht" - es geht einfach nichts mehr rein.

Deshalb werde ich die nächsten Tage mal die 800 Seiten durchgehen und versuchen anzustreichen, wenn mir was unterkommt, was mir verwendbar erscheint.

Dann mach ich eine Pause und in ein paar Tagen oder auch Wochen (drängt mich ja niemand) und werde das ganze nochmal durchlesen - mit einer anderen Markerfarbe dann nochmal schauen was ich davon nun wirklich verwenden kann (und dazu werde ich morgen erstmal Marker kaufen - hab nämlich nur Fasermaler).

gute Entscheidung

Da in der Physiotherapie - Prasix einfach wenig Möglichkeiten gegeben sind (bzw wir diese nun endgültig ausgeschöpft haben), hatte ja mein Physiotherapeut M. mal angefragt ob ich nicht in der Uniklinik weitermachen möchte - dort gäbe es einfach deutlich mehr Möglichkeiten.

Als ich damals suchte, hatte ich dort auch angefragt und es hieß, dass es nicht möglich sei, dass ich immer den selben Physiotherapeuten bekommen könnte. Das ist für mich aber sehr wichtig, denn ich brauche meine Zeit, bis ich mich auf jemand einlassen kann - und grade wenn ich mich auch noch auf meinen Körper einlassen muss.

Deshalb hatte ich damals ja diese eine Praxis ausgewählt.

M. arbeitet sowohl in der Praxis als auch in der Klinik - und so wechselte ich dann vor zwei Wochen in die Klinik (nachdem geklärt war, dass ich eben bei ihm weitermachen kann und nicht wechseln muss).

Was soll ich sagen: es war gut so. Es war definitiv die richtige Entscheidung, denn dort stehen uns viel mehr Möglichkeiten offen.

Besonders fasziniert bin ich von der Beinpresse dort. So etwas hätte ich auch gerne.

Was ist ..

... nur für die Katzen so interessant am offenen Fenster zu sitzen. Ist das Fenster zu wird gemaunzt, gejammert und geschimpft - also macht man es auf, damit die Armen raus können.

Aber - draußen ist es zu kalt/windig/nass oder was auch immer und so sitzt man am offenen Fenster und schaut raus (und es ist nicht so, dass meine Fenster so dreckig wären, dass sie bei geschlossenen nicht sehen würden).

Dann wird auch das zu kalt und man verschwindet in der Wohnung - und ich geh zum Fenster um es zuzumachen.

Und sofort steht mindestens eine der beiden wieder am Fenster und beschwert sich lauthals.

Mach ich es wieder auf, sitzt man wieder für 1 Minute am Fenster (oder gern auch mal kürzer) und verkrümelt sich dann - bis ich es wieder wage, das Fenster zu schließen.

Advents- und Weihnachtsmusik

Wie die Krippen fehlt mir auch die alpenländ. Weihnachtsmusik - vor allem das selbst singen. Alleine singt sich so ein mehrstimmiger Satz schlecht.

Zwar habe ich eine Cd - doch das ist kein rechter Ersatz - auch wenn die dann den ganzen Advent vor sich hin dudelt.

Leider will hier keiner alpenländ. Advents- und Weihnachtsmusik in Mundart machen - ich wäre da sogar bereit es den anderen beizubringen. Nur will und kann ich ja nicht auftreten - es soll nur so zum Spass sein und dazu fehlt den Leuten die Zeit.

Wir sind früher einfach losgezogen und haben in Altenheimen oder Krankenhäuser gesungen - oder ich bin mit Freunden zu Adventssingen gegangen - das fehlt mir wirklich (auchwenn ich das heute gar nicht mehr könnte - zu viele Leute).

Es ist eine Art Musik, die man leider nur noch selten hört - die typische Stubenmusik. Meine Freunde waren fast alle sehr musikalisch - wir haben unzählige Gottesdienste und auch Hochzeiten gesungen - geprobt haben wir eher selten (bis nie - oft genug haben wir uns grade mal 15 Min vor Beginn getroffen) - es wir auch gar nicht nötig - ein Zuruf reichte - wir waren ein gut eingespieltes Team.

Auch das könnte ich heute nicht mehr - ich wäre viel zu nervös und unsicher - und doch fehlt mir auch das. Es war eines der wenigen positiven Dinge aus meiner Vergangenheit.

Ich glaube ohne die Musik hätte ich die Zeit damals nicht überlebt.

Einer der wichtigsten Liedermacher für mich war Jonathan Böttcher (damals noch Jonathan & Laurent) - seine Musik war mehr als einmal das einzige, was mich in der Dunkelheit noch erreichte. Als ich sie das erste Mal hörte dachte ich nur "o Gott" - es war ein Konzert als Jugendliche in das ich eingeladen worden war. Es dauerte ein paar Lieder - bis ich mich "eingehört" hatte - seit damals - mittlerweile über 20 Jahre - gehört er zu meinen Lieblingssängern.

Ich erinnere mich da an ein best. Konzert - es waren Die Lieder zur Bergpredigt - ich sass da mit Freunden, hatte 40 Grad Fieber (und eine Nierenbeckenentzündung) und es ging mir einfach nur schlecht (nicht körperlich, da bin ich ab 38,5 immer topfit) - aber ich war da psychisch so am Ende - und es war einer der wenigen Momente damals, als mir das auch klar war. Ich war damals akut suizidgefährdet - aber irgendetwas hat mich da erreicht.

Später war ich noch auf vielen Konzerten - einmal durfte ich Jonathan auch ein Wochenende begleiten - es waren die Adventskonzerte und ein Stück weit erlebte ich mit wie das Lied "Was macht der Nikolaus am 7. Dezember" entstand.

Das ist eine meiner wertvollsten Erinnerungen und natürlich gehören die beiden Weihnachtscd's von Jonathan zusammen mit der alpenländ. Advents- und Weihnachtsmusik zum Standardrepertoire im Advent.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Planungen

In der Tischlerei ist ja nun - Gott sei Dank - der Weihnachtsmarkt vorbei und ich wurde beauftragt für nächstes Jahr mehr in Richtung Kerzenständer und Co zu überlegen.

Gerne - das mach ich eh lieber. Ich wollte ja schon dieses Jahr zu den Kerzenteilen noch Handschmeichler machen - wollte er ja nicht.

Erstmal aber werde ich 2 verschiedene Krippen für mich machen - eine moderne, schlichte und eine im Blockhaus-Stil. Dabei werde ich schauen, welche sich dafür eignet sie auch mit anderen Patienten zu machen und sozusagen eine "Vorlage" daraus basteln. Da es ja keine "Bauanleitung" gibt, muss ich mir das halt selbst erarbeiten. Doch da freu ich mich drauf.

Des weiteren ist morgen ja Physio und dann muss ich mir überlegen wie wir das mit der Wohnung nun machen (zumal es jetzt darum geht sie bis Ende Dez richtig grundgereinigt zu bekommen und eben nicht nur "so nach und nach") - mir schweben da zwei Möglichkeiten durch den Kopf, die ich klarer haben möchte um dann mit dem Betreuer gemeinsam zu schauen, was sinnvoller und umsetzbar ist.

Am Donnerstag dann haben wir den ersten Wohnungstermin - also einen Termin, an dem wir gemeinsam etwas in der Wohnung machen wollen - auch als größere Aktion.

Freitag ist wieder Thera und wir hatten heute ja eine weitere Möglichkeit angesprochen, wie wir nun weitermachen - und vor allem auch das "Gefühle zulassen" besser unterstützen können. Die Idee selbst find ich gut, aber sie macht mir auch etwas angst - einfach weil das Gefühle zulassen angst macht.

Am Wochenende soll die Weihnachtsdeko fertig angebracht werden.

Irgendwann steht auch Bücherei an (da wurde mir gestern gesagt, dass zwei der Vorbestellungen diese Woche kommen sollten) und ich muss nochmal Mandeln besorgen - für einen neuen Versuch der "Nussbusserl" (lecker waren sie ja - waren sehr schnell alle).

Ebenfalls diese Woche fällig: die Speckknödel machen (ca 30 Stück), sonst wird mir das Brot schlecht.

wär ja auch ein Wunder

Heute kam ein Anruf vom Koordinator des neuen Betreuungsvereines - und er teilte mir mit (oder musste mir mitteilen), dass der Landkreis Probleme macht - dass die vorhandenen Gutachten nicht reichen und sie nicht nach Aktenlage entscheiden und damit die Betreuung ablehnen, wenn ich nicht mit der Gutachterin spreche.

Egal dass es unzählige Gutachten (auch vom Gutachter des Gesundheitsamtes z.Bsp) gibt, dass genau das nicht möglich ist, da es eine Retraumatisierung wäre, egal, dass sich alle anderen darauf einlassen - der Landkreis macht das nicht und damit ist es sehr wahrscheinlich, dass die Betreuung im Januar nicht mehr weiterlaufen wird.

Der Koordinator - ein sehr netter Mensch - meinte dann nur, dass sei ihm in 25 Jahren noch nie untergekommen und überhaupt völlig unverständlich.

Tja - lieber Koordinator - willkommen in meiner Welt - und ich hab es dir gesagt - du wolltest es nicht glauben und meintest ja nur "bei uns klappt das immer" - das haben auch alle anderen vorher zu mir gesagt und alle fielen genauso aus den Wolken wie du.

Aber mir wollte ja keiner glauben, ihr spielt das runter (nein bei uns klappt das sicher) und stellt mich als Pessimist hin und dass das alles kein Problem ist wenn ihr das in die Hand nehmt usw.

Ich habe Leute, die da hinter mir stehen, mir helfen, Ärzte, Therapeuten und auch ihr Koordinatoren - ihr kümmert euch drum - es lag nie daran, dass sich jemand von euch nicht genug Mühe gegeben oder etwas übersehen hätte. Trotzdem gibt es Probleme.

Denn es scheitert an dem Punkt, dass der Landkreis darauf besteht, dass ich mich mit der Gutachterin treffe und zumindest ein 4-Augen-Gespräch führe.

Und ich verstehe sogar, dass das für alle unverständlich ist, dass eben grade das nicht geht. Es ist ja nicht so, dass ich nicht will - ich würde es schlicht nicht überleben, weil ich da in was Altes reinrutsche aus dem ich nicht mehr rauskomme und mit dem ich nicht umgehen kann.

Wenn jemand von mir verlangen würde, dass ich meinen Vater treffe und "ihm zu Willen bin" - würde mir das als kleineres Übel erscheinen.

Ja ich weiss - es ist völlig unlogisch und unverständlich - das Problem ist nur - ich weiß, dass es unlogisch und unverständlich ist - und kriege es dennoch nicht getrennt - ich lande in Flashbacks und in einem alten Film - ohne Bezug zur Realität.

Wir haben so viel versucht, alle möglichen Szenarien durchgesprochen - bis hin, dass ich es mit dem Thera mache - doch selbst das würde nicht gehen.

Ich weiss die Konsequenzen - ohne Betreuung - und sie lassen mich verzweifeln. Aber da besteht wenigstens die Möglichkeit dass ich es überlebe. Ein Gutachtertermin - da käme ich gar nicht an - da würde ich schon im Vorfeld nur durchdrehen.

Und ein "überraschen/überfallen" - damit - also dass ich es nicht weiss - würde jedes Vertrauen völlig zerstören - und jede weitere Zusammenarbeit völlig unmöglich machen.

Auch diesmal versuchen Koordinator, Therapeut und Arzt das irgendwie zu regeln - und ich bin da auch froh drum - ich kann es nur nicht mehr recht glauben - dass es mal funktionieren wird.

Klärungsgespräch Nr 2

Das zweite - geplante - Klärungsgespräch heute war auch anstrengend - aber es lief gut und ich hab das Gefühl, dass ist nun auch wirklich klar. Zumindest dieses Thema kann ich jetzt erstmal abhaken.

Mir fällt damit ein großer Stein vom Herzen und ich merke, dass damit auch vieles der Dinge aus der Vergangenheit, die in letzter Zeit hochkamen auch ein ganzes Stück besser auf die Seite packen kann. Es war wichtig. Und ich war sehr froh, dass ich damit auch ernst genommen wurde.

Montag, 7. Dezember 2009

Klärungsgespräch Nr 1

Da sitz ich nun - der Betreuer ist grad raus und ich bin noch am sortieren. Aber immerhin - das erste Mal nicht heulend oder total am Ende - auch wenn es sehr anstrengend war und für mich "harte Arbeit".

Das Gefühl ist noch unsicher - er ist nun mal ein Energiebündel und nach wie vor ein Wirbelwind der hier durchfegt. Doch ich denke schon, dass er sich bemüht, da meine Grenzen auch zu achten.

Schwierig ist eher, dass ich immer bremsen muss - dass ich ihm nicht klarmachen kann, dass es für mich halt viel ist und anstrengend und daher nicht so einfach - grade auch wenn er dann etwas für sich sehr schnell könnte und - naja - viel Energie über hat.

Vielleicht sollte ich ihm versuchen zu erklären, dass es bei mir genau umgekehrt ist - er braucht eine Stunde zum erholen und ist dann wieder aufgeladen - ich brauch die 23 Stunden, damit ich dann eine Stunde was machen kann - und zu dem "machen" gehört nicht nur aktives Arbeiten, sondern auch Therapie und Verarbeiten von alten Sachen und natürlich die Phyiso, Schwimmen, Tischlerei und Co.

Ok - ich brauch nicht 23 Stunden für eine Stunde Aktivität - aber mein Aktivitätspotenzial ist in der Regel sehr klein - ich glaube, er versteht nicht, dass allein das durch den Tag kommen, den ständigen "alten Geschichten" trotzen und eben nicht zulassen, dass die die Regie übernehmen - dass das harte Arbeit ist.

Es ist ein kennenlernen, ich glaube dass er sich da schon bemühen will - wie ich auch, aber ich weiss nicht, ob er wirklich meine Grenzen dann auch wahren kann - einfach, weil ich die immer erst spät klar machen kann und es dann wie ein "Schnitt" ist. Er wird dann "ausgesperrt" - weil er mir in dem Moment nicht helfen kann, aber ich brauche ihn dann trotzdem - einfach indem er das respektiert und wahrt - dafür sorgt, dass ich nach Hause komme und mich in Ruhe auf mich und die Skills konzentrieren kann.

Dieses Vertrauen hab ich noch nicht - dass er dann wirklich hilft, dass ich mich fangen kann (indem er mich in Ruhe lässt und dafür sorgt, dass von aussen nicht noch was kommt), da fürchte ich eher, dass er sich nicht bändigen kann und doch nachfragt oder ablenken will oder sonst was - zwar gut gemeint - aber eben dann kontraproduktiv und leider auch für die Beziehung eher ein großes Problem - denn es wäre dann ein nicht wahren meiner Grenze - und darauf muss ich mich verlassen können - dass er die wahrt.

Es ist mehr die Angst, dass er da seine Energie nicht recht im Griff hat - sozusagen überschäumt.

Aber ich hoffe sehr, dass ich mich irre - und es ein Miteinander wird.

Anstrengend wird es auf jeden Fall - doch das ist in Ordnung - immerhin will ich ja auch was erreichen.

Was das Tempo angeht - muss ich sehen - schwierig ist es wenn ich ständig bremsen muss, da er dann zu sehr in die Rolle des Widersachers fällt - und gegen den hab ich schon genug zu kämpfen, es geht nicht, dass der dann vom Betreuer noch Unterstützung bekommt.

Das Gespräch selbst war denk ich gut - und wir werden jetzt den Dezember einfach mal nutzen und schauen - und uns "zusammenraufen".

neue Woche - neues Glück

Ein freier Vormittag und strahlender Sonnenschein - was will man mehr - also raus an die frische Luft und mal die Augen auf Kleinigkeiten richten, schöne Steine, Aststücke, Rinden und sonstiges suchen, wo blüht noch was und was findet man so alles an Getier.

Ohne Fotoapparat, aber mit dem Staunen eines Kleinkindes die Welt entdecken. Gar nicht so einfach.

Denn dazu muss man den Kopf abschalten, die Probleme hinter sich lassen und nur den Augenblick geniessen.

Schön war's :-)

Sonntag, 6. Dezember 2009

Krippe

Da ich ja in Tirol aufgewachsen bin, sind mir natürlich alpenländ. Adventsbräuche vertraut. Dazu gehört für mich auch die Weihnachtskrippe. Leider hab ich da eine Vorliebe zu den Grödner Figuren - die sind wunderschön, nur leider teuer.

Schon letztes Jahr nach dem Umzug hatte ich mir vorgenommen, mir endlich die Figuren zu kaufen, die ich mit wünsche - mit der Heiligen Familie anzufangen und dann jedes Jahr eine weitere Figur.

Mein Traum wäre dann wirklich ca 30 Figuren zu haben - aus der Serie Ars Nova oder Artis - um vom 1. Advent an jeden Tag eine Figur dazustellen zu können - das Jesukind kommt natürlich erst am 24 dazu und die Heiligen 3 Könige dann erst im Jänner.

Eigentlich gefällt mir die Artis-Serie besser, doch leider ist die nur im orient. Stil erhältlich - der bäuerl. Stil wär mir deutlich lieber.

Natürlich war das aufgrund der Kosten für den Umzug dann nicht in Frage und selbst dieses Jahr klappt das noch nicht.

Doch nächstes Jahr dann - hoffe ich mit der Hl. Familie starten zu können (und vielleicht kann ich bis dahin einen Stall selbst machen)

Erstmal werde ich mit meiner alten Krippe weitermachen, sie ist nur ein kleiner Ersatz, es fehlt ein Hirte und einer der Könige bekam die Füße wieder angeklebt. Auch der Stall ist nicht die Art, die ich gerne hätte.

Neben den Krippen (und Krippenschauen) fehlt mir auch die alpenländ. Weihnachtsmusik - doch dazu ein andermal mehr.

Für mich gehört die Musik und die Krippe fast ebensosehr zur Adventszeit wie Kerzen. In den letzten Jahren ist letzteres selten geworden (eine nicht belehrbare Katze macht Kerzenschein sehr anstrengend).

Heute ist Nikolaustag - und mit Wehmut denke ich da auch an den Krampus (und das Gruseln davor) oder ans Tröggelen.

Ich liebe die Adventszeit und ich versuche auch wirklich sie als besinnliche Zeit zu gestalten - ohne Einkaufsstress und Geschenkechaos. Dieses Jahr auch wieder bewusster als die letzten Jahre - da kam das etwas zu kurz.

So steht er jetzt vor mir - der leere Krippenstall (neu geschliffen, da der doch eher fleckig aussah) und die Figuren noch in ihrem Karton, die Musik dudelt im Hintergrund und ich habe die Strohsterne herausgekramt (aufhängen kommt später, dazu muss ich die Arme viel hochhalten, da spielen die heute leider nicht mit).

Der Advent ist endlich auch bei mir eingekehrt (und nur ganz wenig zu spät) :-)

genug

So - genug gejammert - jetzt wird wieder nach vorn geschaut und weiter geht's.

Morgen Abend kläre ich das mit dem Betreuer - wenn ein Ja rauskommt werden wir dann am Mittwoch nochmal einige Kleinigkeiten klären und am Donnerstag das mit der Wohnung in Angriff nehmen, wenn ein Nein rauskommt, werde ich am Dienstag bei dem Koordinator anrufen und bis Ende der Woche einen anderen Betreuer kennenlernen (und wenn das alles gar nicht klappt, werde ich W. fragen, ob er mich doch wieder übernehmen könnte).

Am Dienstag werde ich das zweite schwierige und noch offene Thema in der Thera klären - das gehört da hin und ist der erste Schritt, damit ich dann am Freitag - was die Erinnerungen angeht - einen vorläufigen Schlußpunkt setzen kann.

Ansonsten werde ich einfach weiter alles mögliche versuchen und eben machen was geht.

Und meine "werte Mutter", die sich in mir eingenistet hat, darf sich mal getrost in die Ecke stellen und den Mund halten.

grummel

Das mit der Betreuung lässt mich nicht los - ich will das klären und einfach wissen woran ich bin - lieber ein "nein" als diese Unsicherheit. Vor allem weil mir langsam hier alles über den Kopf wächst - es wird höchste Zeit dass das jetzt anläuft und einfach mal funktioniert.

Grade was die Wohnung angeht - das klappt im Moment gar nicht - immer wenn ich etwas machen will (und der Tatendrang ist da), baut sich ein Druck auf - der so massiv wird, dass ich sehr aufpassen muss, dass das nicht in ein destruktives Verhalten kippt.

Da hilft es leider auch nicht zu wissen, dass das auch irgendwas mit der Kindheit zu tun hat.

Im Gegenteil - es macht mich dann nur wütend, denn ich bin heute nicht mehr in der damaligen Situation - es gibt - objektiv - heute keine eigenartigen Konsequenzen - wie damals.

Das weiß ich - und trotzdem kriege ich das nicht getrennt, die Gefühle machen sich selbständig und ich stehe wie gelähmt da und habe Mühe diesem Druck etwas entgegenzusetzen. Und ganz schnell bin ich dann in dem "Versagens"-Gefühl drin und damit in dem was mir früher so eingeimpft wurde: du taugst nichts und kannst nichts.

Früher dachte ich immer, wenn ich das dann wenigstens im Kopf getrennt kriege, ist es ok - doch heute weiß ich, das ändert nichts - denn das Gefühl ist dann so intensiv und übernimmt einfach die Führung, da kann der Verstand sagen was er will - der wird einfach übergebügelt.

Und ganz ehrlich - es ist NICHT hilfreich dann zu gehören: das gehört dazu, das gibt sich dann, wenn die Kindheit aufgearbeitet ist, hab Geduld, sei nicht so streng mit dir, schau wo du vor einem Jahr bist und jetzt - du hast so viel geschafft usw.

Denn gefühlsmäßig kommt das nicht an und der Verstand weiß das ja.

Ich bemühe mich, das zu sehen, was ich schaffe oder mir zu sagen, dass das nur ein Phase ist, wenn das mit der Betreuung wieder läuft, läuft auch das mit der Wohnung wieder.

Doch manchmal gibt es so Tage - da hab ich es einfach satt. Satt, dass mich meine Vergangenheit immer noch so im Griff hat und vor allem, dass sie immer noch solch massive Auswirkungen auf mein heutiges Leben hat.

Samstag, 5. Dezember 2009

ist ja auch schwer

Keine Ahnung zum wievielten Male, aber mindestens so 5 oder 6 Mal allein in den letzten Wochen, klingelte es an der Tür und es war der Paketbote von H....s. Er wollte mir ein Paket für meinen Nachbarn geben.

Dass dieser Nachbar einen sehr großen Zettel an seine Klingel und Briefkasten geklebt hat, dass Pakete bitte NICHT einfach abgelegt oder bei Nachbarn hinterlegt werden soll, sondern ein Abholschein in den Briefkasten und er es dann selbst abholt - wird entweder nicht gelesen oder verstanden oder ignoriert.

Also wird das Paket entweder doch vor der Tür abgelegt (hab es da selbst schon mehrfach reingeholt, da an der Haustür ein Spazierweg vorbeiführt) oder eben bei mir geklingelt. Wenn man dann sagt: Nein der Nachbar möchte das nicht, steht auch groß angeschrieben - wird man angeguckt wie ein unhöflicher Alien, augenverdrehend geseufzt und dann beim Seitenausgang verschwunden (da sind keine Briefkästen).

Es ist - wohlgemerkt - immer der selbe Mensch - er sollte es also eigentlich langsam wissen.

Jetzt wundert mich auch nicht mehr, dass grade von dieser Firma Pakete als "unzustellbar" zurückkommen, obwohl man als Empfänger weder Abholkarte noch sonst eine Benachrichtigung vorfindet oder gar zu Hause war, aber keiner geklingelt hat.

Früher hab ich fast alles über diese Firma verschickt - seit über einem Jahr schon gar nichts mehr - die sind mir viel zu unzuverlässig - und Beschwerden bringen gar nichts.

weiter geht's

Die Auszeit gestern hat gut getan - ich hab zwar bis zum Abend gebraucht, bis ich mich wieder einigermassen gefangen hatte, aber immerhin.

Nur am Abend hab ich dann doch noch D. angerufen (obwohl ich vorher noch mitgeteilt hatte, dass ich heute nicht telefoniere) - und ihn gebeten, mir jetzt einfach eine halbe Stunde was zu erzählen und mich bloß nicht zu fragen, wie es geht (weil ich nur losgeheult hätte beim erzählen) Wurde dann doch deutlich länger und hat gut getan - und am Ende konnte auch ich erzählen, was los war - ohne Tränen.

Das Wochenende werde ich etwas ruhiger angehen lassen und zu Hause bleiben und mal sehen, was der DVD-Rekorder noch so hergibt (da sind noch Sachen vom letzten Jahr drauf, die ich nicht gesehen habe und ich weiss nicht mal mehr was es ist).

Freitag, 4. Dezember 2009

Notbremse

Heute ist wieder mal so ein Punkt, wo ich nicht mehr mag und auch nicht mehr kann.

Ich mag mich nicht mehr mit irgendwelchen Ämtern rum streiten und hoffen, dass die rechtzeitig eine Entscheidung treffen, damit ich meine Miete zahlen kann.

Ich mag mich auch nicht mehr mit dem ganzen Betreuungschaos beschäftigen.

Ich mag mich nicht mehr mit irgendwelchen Geistern aus der Vergangenheit herumschlagen.

Ich mag mich auch nicht mit den endlosen Alltagsproblemen (sowohl die anderer, als auch meiner) herumschlagen.

Und ich mag grade auch nicht mehr zuhören.

Nichts hören, nichts sehen, nichts fühlen - kein gestern und kein morgen - noch nichtmal ein heute - nur noch ein jetzt.

Kein Telefon, Fernsehen, Computer, keine Türklingel und selbst die Katzen werden jetzt gefüttert und nicht am Abend - dann mach ich noch was zu Essen und verkrieche mich damit und mit einem Buch für den Rest des Tages mit einer Decke in meiner Ecke (der mp3-Player darf vielleicht auch noch mit) und dann kann mich der ganze Rest der Welt mal!

Morgen lass ich die Welt dann wieder ein.

kann nicht einfach mal was funktionieren?

Die neue Betreuung ist angelaufen - und es ist ungewiss, ob sie wirklich weiterlaufen wird. Es gibt ein organisatorisches Problem - er kann nur zwei Termine die Woche anbieten (dafür länger) - ich komme damit aber nicht klar - mir ist das zu lang und zu viel und gleichzeitig weiss ich dass ich drei Termine "brauche" - aber eben kürzer.

Ob sich das regeln lässt - keine Ahnung. Wir starten eine Art "Versuch" - doch ich merke, dass mir das - mit dem ganzen Anderen drumherum, das ja auch noch äußerst schwierig ist - grade einfach zu viel ist.

Es wird also - wieder einmal - ein klärendes Gespräch geben, dann eventuell einen Zeitraum für einen "Versuch" und bis dahin wieder die Unsicherheit ob und wie es weitergeht.

Langsam hab ich es wirklich satt. Die ambulante Betreuung sollte eigentlich eine Erleichterung sein, nicht immer wieder ein zusätzliches Problem. Seit letzten Februar läuft es jetzt so - mit ständiger Unsicherheit, Problemen, Zwangspausen usw. Auch die neue ist erstmal nur für einen Monat "sicher" - nur dass das jetzt auch wieder nicht ist.

Wie soll ich denn da einlassen?

steinig

Vorgestern in der Thera haben wir das Thema vom Freitag noch einmal aufgegriffen.

Es geht dabei um eine Missbrauchssituation, die klar macht, warum das Zulassen oder Zeigen (und sei es nur durch ein Zucken) von Gefühlen - zu etwas sehr schlimmen gemacht wurde - aber auch, dass viel verdreht wurde.

So wurde der Missbrauch z. Bsp. auch als Trost deklariert.

Für mich ist es nahezu unmöglich Trost anzunehmen. Es ist ganz tief in mir verankert, dass ich für alles was ich bekomme, irgendwann zahlen muss. Manchmal ist der "Preis" gerechtfertigt, aber manchmal ist er auch einfach zu hoch.

Schon früh habe ich gelernt, dass ich niemandem vertrauen darf - schon gar nicht den Eltern. So etwas wie Urvertrauen hab ich nicht. Es gibt keinen Menschen, dem ich absolut vertraue. Mittlerweile hab ich zwar gelernt bis zu einem best. Punkt Vertrauen aufzubauen - doch ich fürchte, dass ich da über diesen gewissen Punkt nicht hinauskommen werde.

Es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass ich nie "normal" sein werde - ich werde immer ein Außenseiter sein, immer am Rand der Gesellschaft leben. Nicht weil die Gesellschaft so ist - sondern weil ich einfach bin wie ich bin. Nähe zuzulassen ist nahezu unmöglich.

Ich kann ein guter Freund sein, aber keine Partnerin, nicht weil ich keine Karriere vorzuweisen habe, keine Familie (und ich möchte kein Kind, denn abgesehen davon, dass ich nicht in der Lage wäre dafür zu sorgen, steckt zu viel von meiner Mutter in mir - und das will ich keinem Kind antun - nicht mal in Ansätzen!), sondern weil ich mich auf niemanden wirklich einlassen kann. Ohne dieses "einlassen" gibt es keine Partnerschaft.

Ohne Karriere oder Familie fällt es "nur" schwer Leute kennenzulernen, denn es ist eine der ersten Fragen, die man beim kennenlernen stellt: und was machst du so? Als - junger - Frührentner schreckt man da ab.

Natürlich kann niemand sagen was die Zukunft bringen wird (wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich heute da stehe wo ich stehe - hätte ich nur müde gelächelt), doch ich denke, das ich manche Dinge nicht mehr nachholen kann. Dieses verlorene Grundvertrauen kann mir keiner wieder geben und das kann ich mir auch nicht wieder "erarbeiten".

Das heisst jetzt nicht, dass ich nicht glücklich werden kann oder ein erfülltes Leben leben kann - darauf arbeite ich hin und ich hoffe doch sehr, dass ich das auch mal erreichen werde.

Es ist sicher noch ein langer und steiniger Weg - doch mein Schuhwerk ist gut und ich weiss, dass ich Hilfe habe auf die ich mich verlassen kann. Deshalb sehe ich dem Weg recht gelassen entgegen.

Also weiter geht's!

Donnerstag, 3. Dezember 2009

ich liebe ...

Katzen - wenn sie schlafen - und könnte bitte jemand dafür sorgen, dass meine beiden das jetzt sofort und auf der Stelle tun (und am besten für den Rest des Tages)?

Ich geh dann mal die Honig-Zucker-Butter -Mischung (ca 1,3 Kilo - vorbereitet für Lebkuchen) aufwischen - und versuche das Zeug aus dem Fell zu bekommen (oder erstmal die Katze einzufangen) und dann alle Wege die sie in Panik hinter sich brachte raus zu finden um wieder alles sauber zu kriegen (und ja beide in Panik, die eine hat die Schüssel auf dem verbotenem! Regal gekippt und hat sich das Zeug über sich selbst geschüttet und ist wie von der Tarantel gestochen los - und die zweite musste natürlich gucken, warum die andere von einer Ecke der Wohnung in die andere rennt)

Welch Ironie - ich hatte grade einen Beitrag geschrieben wie gemein es ist, dass draußen die Sonne scheint und ich voller Tatendrang bin und doch der Körper seine Ruhe einfordert. War das vielleicht der Grund, warum meine - ach so liebe - Katze etwas Schwung reinbringen wollte?


PS: 2 Stunden wischen später: mind. 3 Maschinen Wäsche im Wäschekorb und trotzdem fass ich an den Schrank und: klebrig - unglaublich wo so eine Katze in so kurzer Zeit überall hinkommt - von dem Zeug hab ich sicher noch eine Weile etwas

Physio

Da war ich nun heute also das erste mal in der großen Klinik zur Physio - bis letzte Woche war ich in einer kleineren Praxis, deren Ausstattung aber eher bescheiden ist. Da mein Physiotherapeut M. auch in der Klinik arbeitet, haben wir entschieden, dass ich dort weitermache - zumal deren Ausstattung für mich ideal ist.

Gefunden hab ich das dann auch recht schnell und M. holte mich dann an der Anmeldung ab - normalerweise haben wir die Termine mittwochs - nur gestern ging nicht - und so war ich eben heute um acht dort.

Leider war in der Turnhalle eine Gruppe und im Geräteraum hatten wir auch nur 5 Minuten - dann kamen die ersten Leute.

Nun ist es ja so, dass ich es gar nicht hinkriege, wenn noch andere Leute mit im Raum sind - zum einen weil Menschen generell ein Problem sind, aber auch, weil das Beschäftigen mit meinem Körper, das hinfühlen (und es geht im Moment auch mehr um die Mobilität und daher soll ich fast ständig auf wackeligen Dingen stehen - das allein ist schon Anspannung und Angst genug) schon schwierig genug ist - immerhin muss ich mich mit etwas beschäftigen, das für mich sehr negativ besetzt ist - und sollte mich auch noch in positiver Weise damit beschäftigen.

Ich bin also schon allein mit der Physio selbst ausgelastet - da noch andere Leute mit im Raum - schaffe ich nicht - ich würde es schon überleben, aber ich kann dann nicht noch gleichzeitig darauf achten, wann der Körper "Stopp" sagt - und das ist in der Physio unabdingbar, wenn es mir helfen soll und nicht alles verschlimmern.

Jedenfalls sind wir dann in einen anderen Raum gegangen - von daher war es heute etwas unruhig und chaotisch. Leider ist auch nicht klar, ob wir das weiter machen können, da wir danach erfahren haben, dass ich das Physio-Rezept erst genehmigen lassen muss (war bisher nicht nötig).

So im Gesamten: die Beinpresse ist klasse - so was hätte ich gerne hier zu Hause - ich denke das würde echt was bringen, das Trampolin ist etwas größer als das in der anderen Praxis (ich hasse Trampolin) und leider haben die auch einiges an Wippen und Schaukeln und sonstigen Zeug - das wird eine echte Herausforderung (nicht nur für mich - auch für M., denn der muss mich erstmal dazu kriegen, dass ich mich da draufstelle).

Skills 3

Mein Hauptskill ist : Singen - da man singen ja nur mit dem ganzen Körper kann, ich gerne singe und Musik schon immer sehr wichtig für mich war - ist das meine Nummer Eins. In der Regel habe ich auch immer ein Songbuch mit Playback-CD zu Hause, indem zumindest noch ein oder zwei Lieder sind, die ich noch nicht kenne/kann. Denn ich Extremsituationen hilft dann nur noch das Lernen neuer Stücke (und die sollten auch noch anspruchsvoll sein)

Damit ich singen kann, muss ich aber erstmal einen Bezug zur Realität haben - dazu dienen die Achtsamkeitsübungen.

Wenn ich im Bus sitze, hilft mir Singen nicht wirklich (wie auch, denn Publikum kann ich dabei nicht brauchen), da greife ich dann auf anderes zurück: Musik oder Hörbücher hören z. Bsp.

Nachdem mein Therapeut über zwei Jahre darauf bestand erst zu stabilisieren und eben Skillstraining zu machen (wie oft hab ich ihn da verflucht für, weil in mir Themen brodelten, die er zwar zuließ, sie aber nicht aufgriff) - muss ich heute sagen: er hatte Recht.

Nur weil heute das Anwenden von Skills für mich KEIN Problem mehr ist, können wir heute Traumaexpositionen machen.

Der äussere Rahmen ist in Ordnung und absolut sicher, der Boden dafür stabil und das Vertrauen in den Therapeuten tragfähig. Außerdem weiss ich, dass er mich - egal in was ich da hineingerate - wieder herausholen kann. Mit dieser Sicherheit kann ich mich da auch gut darauf einlassen.

Skills 2

Wenn mich eine Erinnerung an eine Missbrauchssituation und/oder ein Gefühl überflutet (oft ja gerne nur irgendetwas nebensächliches und alltägliches ausgelöst) versuche ich erstmal die Realität zu klären:

wo bin ich (ich sitze hier in meiner Wohnung in XYZ)
wer ist noch hier (niemand oder ein Freund/Therapeut - je nachdem wer halt grade da ist)
welches Jahr/Datum haben wir heute (wir haben das Jahr 2009)

also erstmal ein zeitliches und räumliches orientieren - sehr hilfreich (aber auch schwer), wenn man gefühlsmäßig grade im Jahr 1980 und in einer Situation mit einem Täter ist.

Dann geht es weiter:

Ich sitze auf einem Stuhl, spüre die Sitzfläche unter mir, die Lehne im Rücken, den Boden unter den Füßen, wenn die nur mit den Zehenspitzen aufliegen, setze ich die Füße richtig auf, versuche fest aufzutreten, auf der Sohle das Gewicht hin und her zu verlagern, mich auch nochmal fester und stabiler in den Stuhl zu setzen und das alles wirklich nachzufühlen.

Weiter geht es dann mit der nächsten Umgebung: was sehe ich alles um mich herum: ich sehe den Tisch der vor mir steht, den anderen Stuhl, mit seinen 4 Stuhlbeinen, sehe auf dem Tisch den blauen Stift liegen, den kariertem Block und das Glas, das noch Reste des Wassers enthält usw. - also alles möglichst detailliert.

Diese Aufmerksamkeitsübung bringt einen zurück in die Realität und ins "hier und jetzt"

Dann arbeite ich auch oft mit der Atmung - vor allem mit bewusstem Ausatmen, in die Arme/Beine "atmen" oder aufstehen und dann den Atem durch den Körper und durch die Füße in den Boden leiten (und damit den ganzen Mist gleich mit raus) usw. Das Ausatmen ist da für mich deutlich wichtiger (und in der Situation auch schwerer) als das einatmen.

Viele Menschen brauchen zum durchbrechen der Flashbacks "härtere" Skills wie das Beissen auf eine Peperoni, ein scharfer Kaugummi, das Riechen an einem sehr intensiven Geruch oder ähnliches.

Wenn man dann erstmal wieder im "hier und jetzt" ist, geht es darum dort zu bleiben - denn nicht selten sind die Erinnerungen so hartnäckig, dass, sobald die Konzentration auf was anderes nachlässt, die gleich wieder neu fluten.

Für mich verwende ich da Dinge die mich ablenken: lesen, Hörbücher, Sport, Fernsehen (ich habe auf dem DVD-Rekorder in der Regel best. Serien, die ich dann speziell zu solchen Anlässen ansehe - das können Sitcoms sein - da man sich da nicht sehr konzentrieren muss um mitzukommen, Familienserien - ich achte darauf, dass dort keine Themen aufgegriffen werden, die schwierig werden könnten, deshalb kommen Krimis z.Bsp nicht in Frage für mich), ich mach mir etwas leckeres zu Essen/Trinken, rufe einen Freund an oder sperre die Welt aus - also kein Telefon, kein Computer, kein Fernseher, nur ein gutes Buch/Hörbuch oder Entspannungsübungen und mich in einer Ecke verkriechen - mich einmummln und mir nur Gutes tun - also absolut kein "muss").

Und sobald wieder das Gefühl oder die Erinnerung da ist: ein Stopp (das ich mir laut sage!) und dann wieder von vorne: wo bin ich, wer ist noch hier usw usf. Das kann ziemlich lange in Endlosschleife laufen, da bleibt nur "durchhalten" und hoffen dass die Kraft reicht.

Jeder muss da für sich heraus finden, was für einen hilfreich ist und eben auch in dieser Ausnahmesituation funktioniert. Für mich kann ich nur sagen: ich musste mir jeden einzelnen Skill hart erarbeiten, ihn unzählige Male im Alltag, in normalen Situationen, guten Zeiten einsetzen, ausprobieren, anpassen und dann nach und nach in schwierigeren Situationen erproben.

Es war eine langwierige und harte Arbeit, die Konsequenz und Durchhaltevermögen erforderte - aber es hat sich gelohnt.

Hier steht was zum Skillstraining - denn für uns Betroffene ist das nicht so einfach und harte Arbeit:

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Skills

Skills sind vereinfacht ausgedrückt Dinge, Aktivitäten oder Fähigkeiten, die helfen sollen, wieder ins "hier und jetzt" zu gelangen und bleiben.

Grade dieses im "hier und jetzt" bleiben fällt in bestimmten Situationen schwer.

Traumatisierte Menschen werden oft von ihren Erinnerungen überrollt. Da tauchen Bilder auf und in diesem Moment verliert man den Bezug zur Realität und ist wieder in der Situation von damals (Flashbacks) oder es tauchen Gefühle auf, die einen so überfluten, so daß man nur noch damit beschäftigt ist, nicht unterzugehen.

Es ist wie eine Flutwelle und man ist nur noch am kämpfen und muss sich erst mühsam klar machen, dass man eben nicht in der Situation von damals steckt, sondern im "hier und jetzt".

Um diese Flashbacks zu durchbrechen, muss jeder für sich die passenden Skills "erarbeiten".

Es gibt verschiedene Arten von Skills:
  • handlungsbezogene (behaviorale) Skills - z.Bsp: malen, Mandalas, zeichnen, schreiben, telefonieren, sich einen Kakao oder Tee machen, fotografieren, usw.
  • sinnesbezogene (sensorische) Skills - z. Bsp: Musik hören, Wärme, Kälte, ein nasses Handtuch, Fühlen versch. Oberflächen (rauhe und glatte Steine, Fühlsäckchen usw), ein Bad nehmen, usw.
  • gedankliche (kognitive) Skills- z. Bsp: lesen, denken, usw.
  • körperbezogene (physiologische) Skills- z.Bsp. Sport machen, Haus- oder Gartenarbeit, Spazierengehen, usw.
Ziel ist es: erstmal aus dem Gefühls- und Bilderchaos raus und die Aufmerksamkeit auf das heute und hier und jetzt

hier geht's weiter ...

Mittwoch, 2. Dezember 2009

kaum zu glauben

Da ist er also heute - der Weihnachtsmarkt des Krankenhauses - nett gemacht, gibt nette Sachen zu kaufen, natürlich zu Essen und zu Trinken - in der Mitte eine Grillbude - und dann im Kreis kleinere Buden - alles schön dekoriert.

Es ist ein psychiatrisches Krankenhaus, dass das aufzieht - mit einem der Hauptschwerpunkte in der geriatrischen Psychiatrie.

Ich bin da schon vor offiziellen Beginn hingetakelt und dachte ich sehe nicht recht: das Ganze ist auf einer Wiese aufgebaut - nun ist es ja die letzten Tage nicht trocken gewesen und der Boden auch nicht gefroren - also alles matschig. Und damit man da nicht versumpft, haben die Rindenmulch gestreut - auf die Wiese - ca 15 -20 cm dick. Soweit so gut.

Für jemanden mit zwei gesunden Beinen, der auch keine Gleichgewichtsstörungen hat oder sonstige Probleme beim Laufen ein schöner, weicher, nachgiebiger Boden - einem Waldboden nicht unähnlich. Wobei Stöckelschuhe ein Problem wären.

Für jemanden der unsicher ist mit Laufen (ältere Leute) oder mit Krücken wie ich - ein Graus (und außerdem eine Sauerei, hatte danach Thera und hab dort erstmal den ganzen Teppich eingesaut, weil Schuhe und Krücken völlig verdreckt waren nach 5 Min auf dem Weihnachtsmarkt - dabei sind da 200 Meter Asphalt dazwischen). Man muss sehr genau schauen wo man geht, weil eben auch nicht eben, mal Löcher, mal ein Huckel - das lässt sich da halt nicht vermeiden.

Für jemanden mit Rollator - völlig unmöglich - keine Chance.

Und für jemanden mit Rollstuhl - alleine gar nicht und wenn dann nur wenn jemand nach hinten kippt und dann schiebt (und dieser jemand braucht seeeehr viel Kraft).

Das finde ich echt traurig - dass selbst ein Krankenhaus, das mehrere Schwerpunktstationen für ältere Menschen hat, wo Rollator und Rollstuhl fast das wichtigste Forbewegungsmittel ist (und es gibt sogar Mitarbeiter im Rollstuhl oder mit Gehbehinderung!) es nicht schafft, so weit zu denken (bzw die Einwände, die von den Technikern, die das aufbauten kamen - schlicht ignorierten, weil sie das halt an genau der Stelle wollten und nicht wie die Jahre zuvor an einer mit gepflasterten Wegen).

Das macht mich wütend und traurig. Da hilft es dann auch nichts, dass die Stände selbst nett waren und es tolle Sachen gab - sorry.

Beschwerde hab ich in einen der allgegenwärtigen Beschwerdebriefkästen des Hauses geworfen - doch das wird nichts ändern.

Wichteln

Zum ersten Mal mach ich beim Wichteln von Seelenfarben mit - das wollte ich schon all die Jahre mal, aber die letzten Jahre war es halt finanziell ziemlich eng - da wäre ausländisches Porto nicht machbar gewesen.

Doch dieses Jahr wollte ich mir das nicht nehmen lassen und hab mir entsprechend was zur Seite gelegt - und freue mich riesig dabei zu sein.

Bei mir ist es ja so, dass ich sehr gerne schenke, ich mach mir da bei Leuten die ich kenne, schon lange den Kopf um was passendes zu finden (und vor allem auch dreimal zu überprüfen ob das "passende" jetzt mehr was ist, was ich denke täte ihm/ihr gut oder ob ich das wirklich versuche aus seinem/ihrem Blickwinkel zu sehen).

Vor allem dann auch bei Menschen die das wertschätzen (gibt ja leider auch viele, die nur nach dem Wert sehen) macht mir Schenken unglaublich viel Spass, das beschenkt werden ist für mich immer zwiespältig.

Da greifen dann alte Mechanismen aus der Kindheit - die mir oft den Blick verschleiern - damals hatte man sich zu freuen - ob das die Unterhose war, die man zu Weihnachten bekam oder was ganz Tolles - man hatte sich immer gleich zu freuen. Außerdem steckte immer etwas "dahinter" - irgendwann hatten wir dafür zu zahlen.

Dabei kann ich mich schon über Geschenke freuen - es dauert halt meist etwas das alles zu entwirren - dafür freu ich mich auch nach einer Stunde, einem Tag oder einer Woche noch sehr darüber :-)

Nur dieser "erste Moment" - da habe ich immer das Gefühl ich "betrüge" den Schenkenden darum. Es geht immer nur um diese ersten Minuten, dann ist da auch die "echte" Freude da.

Heute merke ich das - in dem Moment - und versuche da den Blick auf das Geschenk zu richten - auf den "guten Willen" und mir auch in Erinnerung zu rufen, dass ich ja auch sehr gerne schenke, zu sehen, wie sich der andere freut (oder erst auch irritiert guckt, weil er im ersten Moment nichts damit anfangen kann und dann langsam das "Entdecken" beginnt) oder ähnliches.

Und ich erwarte nichts - nur dass es gewertschätzt wird und ich hoffe, dass es demjenigen auch Freude bringt

So habe ich zum Beispiel viele Jahre keine Weihnachtsgeschenke gemacht. Dafür bekam jeder einen auf sich persönlich zugeschnittenen selbstgemachten Adventskalender.

Das habe ich dieses Jahr wieder angefangen - es bekommt ja nur eine Freundin etwas - und die bekam einen Adventskalender (und es ist unglaublich, wie viel man im Laufe der Jahre verlernen kann - fiel mir früher viel leichter - hat dennoch Spass gemacht - ich war nur froh, dass ich nur einen machen musste :-) )

Jedenfalls fällt mir das beschenkt werden deutlich schwerer - und das ist mir vorhin so klar geworden. Es ist nichts Neues - nur nochmal bewusster.


Das Päckchen fürs Wichteln habe ich vorhin gepackt und wird heute oder morgen weggebracht.

Und ja ich freue mich auf ein Päckchen, dass ich mit all den anderen zusammen auspacke :-)

übernommen

War wohl gestern doch etwas zu viel - so ein ganz klein wenig oder so.

Geschlafen hab ich, das war auch ok (scheinbar hat der Brief an die Katzen wirklich funktioniert! - zumindest was die Schreierei und Kreischerei angeht), schmerztechnisch bin ich eher im oberen Bereich, aber das war zu erwarten, nur kräftemäßig bin ich eher am Limit (heisst doch schon weit im Minus) - körperlich gesehen, psychisch ist da doch auch viel Kraft und Energie da (wundert mich die letzten Monate immer wieder bei den akutellen Umständen - freut mich aber um so mehr!)

Bedeutet: das Schwimmen morgen früh ist gestrichen *schnief*, nur (doppelt und dreifach unterstrichen!) Physio und sonst nichts. Am Freitag ist der erste Termin mit dem neuen Betreuer, da ist einiges zu klären und schauen - der Gebetskreis am Abend leider ebenfalls gestrichen (wird einfach zu spät und die Fahrerei zuviel). Und das Wochenende wird - wenn nötig - wohl ebenfalls dem Erholen gelten (wobei ich hoffe, bis dahin das Minus wieder ausgeglichen zu haben)

Dienstag, 1. Dezember 2009

müde

Im Moment bin ich nur noch alle - dabei war jetzt die Arbeit an sich nicht so anstrengend - ich kann das ja auch steuern. Am Nachmittag waren auch keine anderen Patienten da (dafür tauchte am Vormittag immer einer auf, der mich kirre gemacht hat) - so dass es auch psychisch nicht sehr anstrengend war. Zwischendrin hatte ich ja auch Pausen gemacht.

Trotzdem - ich bin nur noch alle, körperlich ziemlich am Ende - das würde auch nicht gehen, dann morgen den ganzen Vormittag zu machen - aber diese halbe Stunde ist kein Thema (wobei ich auch deshalb nicht hinmüsste - das kann ja jemand anderer machen, aber da ich am Nachmittag eh muss, ist das nicht das Problem).

Jetzt muss ich nur sehen wie ich den Bogen kriege bis ca 20 Uhr - denn vorher schlafen kann ich vergessen, dann bin ich ab Mitternacht wach.

Außerdem möchte ich noch unter die Dusche - doch ehrlichgesagt: ich fürchte das schaff ich heute nicht mehr, das ist zu anstrengend.

Und irgendwas muss ich noch essen - möglichst ohne kochen. Gut wäre auch noch wenn ich zumindest die Klamotten noch in die Waschmaschine packe, ich hab mich heute von oben bis unten mit Lasur bekleckert - und noch gibt's eine Chance, dass das Zeug noch rausgeht (ich denke ich hake das eher als weitere versaute Klamotten ab).

Heute werde ich jedenfalls nicht mehr alt.

Weihnachtsmarkt

Ich arbeite ja in der Arbeitstherapie in der Tischlerei - schon über ein Jahr, normalerweise ein Vormittag die Woche, da ich mehr einfach nicht schaffe, die letzten Monate dann einen zweiten Vormittag freiwillig zusätzlich, damit die Dinge für den Weihnachtsmarkt fertig werden.

Da ist es so, dass die Tischler selbst für so was einfach keine Zeit haben, von den Patienten die dort arbeiten sind die meisten leider nicht fit genug für Vogelhäuser und Co.

Außerdem sind die meisten nur während stationärer Aufenthalte dort und damit oft nur kurz da.

So bin ich da am längsten und bekam damit die "Oberaufsicht" für den ganzen Weihnachtsmarktkram. Ich "durfte" dann ausprobieren und im Prinzip nach "learning by doing" - die Dinge so entwickeln, dass eben auch andere Patienten das machen könne oder zumindest Teile davon.

Heute war der letzte Tag - deshalb statt der üblichen 4 Stunden doppelt doppelt so viele. War aber ok, hätte ich auch nicht gemusst - passte heute aber. Eigentlich hoffte ich, dafür morgen nicht hin zu müssen, doch es fehlten noch ein paar Teile, die wir erst morgen bekommen (hoffentlich) - allerdings ist das ein Aufwand von 30 Minuten etwa.

So werde ich morgen nicht um acht, sondern erst zwischen 11 und 12 dort auflaufen, die Teile fertig machen und hab ja dann um 14 Uhr einen Theratermin.

Die Arbeit macht mir mittlerweile Spass - auch wenn ich keine Vogelhäuser mehr sehen kann.

Ab nächster Woche werde ich dann auch wieder nur noch Dienstag Vormittag dort arbeiten. Wird auch Zeit - so auf Dauer ist mir das mit zwei Vormittagen einfach zu viel. Mal aushelfen ist ok, aber jetzt mit den gut 2 Monaten (oder waren es 3?) - merk ich schon, dass das viel ausmacht.

Muss mir nur noch überlegen was ich jetzt als nächstes machen könnte.

Montag, 30. November 2009

Großeinkauf

Heute war der - wieder einmal - der monatliche Großeinkauf zusammen mit dem Betreuer, da ich selbst kein Auto habe.

Da wird sozusagen alles gekauft, was man für einen Monat so braucht - an Getränken und auch an Lebensmittel und Toiletteartikel. Wenn ich gar nicht mehr in den Laden käme, würde ich zumindest nicht verhungern.

Zwar versuchen wir jede Woche dennoch einen Laden aufzusuchen, das klappt aber nicht immer. Ich kaufe dann noch das was man so frisch braucht: Obst und Gemüse.

Im Großen und Ganzen plane ich ein bis drei "Hauptgerichte" für diesen Monat - koche das in großen Mengen und friere es portionsweise ein - so kommt auch Abwechslung in den Speiseplan, weil natürlich immer auch etwas von vorherigen Monaten über ist. Für diese "Hauptgerichte" wird natürlich auch beim Großeinkauf alles geholt.

Fast immer gibt es Knödel - die mach ich selber und selten in kleinen Mengen - meist gleich so 30 - 40 Stück und die kommen in die Tiefkühle.

Letzten Monat brauchten wir dafür über vier Stunden - normalerweise so ca 3 - 3 1/2 - heute war es in etwas abgespeckter Form und knappe 2 Stunden (hatte diesmal aber auch detaillierte Einkaufszettel und bis auf die Getränke alles bekommen - von den Getränken nur die Hälfte).

Lief erstaunlich gut.

War auch der letzte Termin mit diesem Betreuer, ab morgen habe ich dann einen anderen (aber bisher noch keinen Termin)

Heute auch zum ersten Mal, dass ich mich auch danach noch recht fit fühle und die ganzen Einkäufe wohl noch weggeräumt bekomme - das ist sonst nicht so, da geht dann grade noch Tiefkühl- und Kühlschrankzeug wegpacken und dann ist Sense.

Daher geniesse ich grade das "fit sein".

Sonntag, 29. November 2009

haushalten

Wenn ich so überlege was zur Zeit in mir und auch an äusseren Umständen so los ist, geht es mir dafür richtig gut.

Es ist eh immer relativ - vor zwei Jahren war "gut" noch, wenn ich den Tag überlebt hatte, die Wohnungssituation war für mich der Horror und ich war den ganzen Tag mit Skills beschäftigt (da ich die auslösende Situation damals nicht ändern konnte, war das ein 24-Stunden-Job).

Nach dem Umzug brauchte ich eine neue Skala - denn das was vorher "gut" oder auf der Skala von 1 - 10 eine 10 (für gut) war, war plötzlich am anderen Ende (minus 5?) - und gar nicht mehr auf der Skala drauf. Da waren einfach Welten dazwischen - denn endlich konnte ich was gegen die auslösende Situation machen.

Als passte ich die Skala etwas an. Was für andere "gut" oder "schlecht" heisst, bedeutet für mich wahrscheinlich ganz was anderes.

Gut ist nicht: alles ideal und problemlos - nein für mich bedeutet "Gut" - es ist handhabbar, ich kann damit umgehen, kann es auch wegpacken, wenn ich etwas anderes machen muss oder möchte - und zwar ohne groß auf Skills zurückgreifen zu müssen.

Gut heisst auch nicht das alles klappt - grade die Wohnung klappt im Moment gar nicht.

Wenn ich also eine Skala von 1-10 heute anschaue, würde die etwa so aussehen:

1-3 - schlecht
4-5 - mittel
6-10 - gut

und zwar im Schnitt, da gehören rein: kräftemäßig (sowohl körperlich als auch psychisch - für mich zwei völlig verschiedene Dinge), schmerztechnisch, wie mobil bin ich, wie schaffe ich den Alltag/meinen Haushalt/meine Termine mit ihren Anforderungen, wie gut gelingt es mir "abzuschalten" und vor allem:

wie gut gelingt es mir das Gleichgewicht zu halten zwischen auf mich achten, meine Grenzen wahr nehmen und wahren und sie dennoch auch auszutesten, da sie sich ja ständig ändern

Insofern ist auch ein "gut" von mir nicht gleich einem "gut" - mal klappt das eine besser, mal das andere.

Nur weil ich grad psychisch mehr zu knabbern habe, bedeutet das nicht, dass hier sonst nichts mehr zählt. Genauso wenn ich mich körperlich kaum rühren kann und die Schmerzen heftig sind - das ist kein Grund gleich zu verzweifeln.

Im Moment gibt es viele Unsicherheiten, teilweise geht es da um die Existenz (finanziell) - das kostet viel Kraft - und ist sicher etwas das ganz und gar nicht gut ist oder tut.

Das bedeutet aber nur, dass ich von dem Pott was an Energie, Kraft, Reserven da ist im Moment viel in diese Richtung fließt und ich deshalb für andere Dingen weniger davon zur Verfügung habe.

Aber das weiss ich und kann entsprechend schauen, dass ich bewusster drauf achte nicht noch an anderer Stelle viel Kraft zu investieren - da muss ich dann halt Abstriche machen.

Und ja - dann läuft es halt in der Wohnung nicht gut, ein anderes Mal ist es dann der Sport oder in der Therapie oder was weiss ich.

Es ist ein haushalten mit dem was da ist.

Vielleicht bedeutet gut für mich dann eher: je nachdem wie mir das haushalten mit den Kräften gelingt.

Es gibt die Zeiten, in denen dann nicht nur der Haushalt liegen bleibt, sondern ich meine Kräfte aufbrauche in dem ich nur eine Sache mache - sei es dann eben aufzustehen, duschen, essen machen oder weil ich mich verzettel und wieder mal die halbe Wohnung umstelle (oder auf einmal aufräume) und damit deutlich mehr mache, als mir gut tut. Da geht es dann darum auf mich zu achten.

Und leider hab ich keine genaue Tankanzeige wie ein Auto (und auch keinen gleichmässigen Verbrauch zum "nachrechnen") - ich muss hinhören, hinschauen und drauf achten, was der Körper mir da sagt - das ist nicht immer leicht, wenn man seinen Körper eigentlich zum Mond schiessen möchte.

Doch im Moment funktioniert es. Irgendwann werden sich die Umstände klären und dann kann und muss ich diese Kräfte und Energien in die Wohnung stecken, denn die ist da in der Priorität - logisch - mittlerweile ziemlich weit oben.